Monschau: Absolventinnen der Mädchenrealschule St. Ursula feiern ihren Abschluss

Monschau : Absolventinnen der Mädchenrealschule St. Ursula feiern ihren Abschluss

Ihren Abschluss feierten die 93 Absolventinnen der Bischöflichen Mädchenrealschule St. Ursula am Mittwoch in der Altstadt Monschau. Just zu der Stunde, als die deutsche Fußball-Nationalelf bei der WM in Russland scheiterte, feierten die jungen Damen gemeinsam mit ihren Lehrern und ihren Familien ihren ersten ganz großen Etappensieg im Leben.

Nach einem feierlichen Gottesdienst mit Pfarrer Rolf-Peter Cremer in der herrlichen Kulisse der Aukirche gab Schulleiterin Dorothee Spinrath den 93 Schülerinnen Mut machende Worte mit auf den Weg. Die Schulleiterin verglich in ihrer Rede die Schülerinnen mit einer Perle und nahm Bezug auf die Flussperlen in der Perlenau, die der Schule ganz nah sei.

Schulleiterin Dorothee Spinrath ehrte Laureen Krause aus Venwegen, Katharina Mertens aus Imgenbroich und Dana Henn aus Strauch (von rechts) als Jahrgangsbeste der diesjährigen Entlassklassen. Foto: H. Schepp

„Gewachsen sechs Jahre im Schutz von St. Ursula, Glanz bekommen und wertvoll geworden für alle, denen ihr euch anvertraut habt.“ Dotothee Spinrath gab den Schülerinnen gute Wünsche für die Zukunft mit auf den Weg und blieb beim Bild des Flusses: „Nun brecht auf zu neuen Ufern, getragen von dem, der selbst im Sturm treu bleibt.“ Sie wünschte den Mädchen, dass sie mutig und selbstbewusst die nächsten Schritte gehen. Und in Anlehnung an einen Song von Ina Deter aus den 80er-Jahren meinte die Schulleiterin: „Ich schreib‘s an jede Wand: Starke Frauen braucht das Land!“

Spinrath bedankte sich besonders bei den Klassenlehrerinnen Marita Dinger, Judith Dörtelmann, Eva Hafer und Marion Baltzer. „Starke Frauen“ hätten die Mädchen zur mittleren Reife begleitet, wobei sie dabei das gesamte Kollegium einbezog. „Herzlichen Dank für soviel gelebte Fürsorge, Unterstützung, Ermutigung und fachliche Bildung, aber auch Erziehung“, wandte sie sich an ein „Top-Lehrerinnen-Quartett“.

Schule seit 300 Jahren

Auch Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter gratulierte den Absolventinnen herzlich. „Seit über 300 Jahren erreichen an St. Ursula Schülerinnen ihren Abschluss“, erzählte Ritter. Sie bedankte sich auch für die Unterstützung der Schülerinnen bei der Rettung der Geburtshilfe in Simmerath mit ihren 500 Unterschriften. Soziale Verantwortung übernehmen sei wichtig, so Ritter.

Bei der anschließenden Zeugnisausgabe wurden die Jahrgangsbesten geehrt. Den besten Abschluss erreichte Katharina Mertens aus Imgenbroich (Klasse 10b), gefolgt von Laureen Krause aus Venwegen (10a) und Dana Henn aus Strauch (10c). Die Ergebnisse des Abschlussjahrgangs können sich auch sonst sehen lassen: 32 Schülerinnen gehen nach ihrem Abschluss in die gymnasiale Oberstufe, mit dem Ziel das Abitur zu machen. 49 werden verschiedene Berufliche Schulen besuchen, um das Fachabitur abzulegen.

Elf beginnen eine Ausbildung, eine Schülerin hat sich noch nicht endgültig entschieden. Die Schülerinnen von St. Ursula wurden aber nicht nur im Unterricht auf den weiteren Lebensweg vorbereitet. So nahmen sie seit der achten Klasse an diversen Veranstaltungen zur Berufsberatung teil und absolvierten ein Betriebspraktikum und ein Sozialpraktikum. Außerdem nahmen sie an Tagen der religiösen Orientierung (zur Lebensplanung) teil.

Nach der Zeugnisausgabe in der Kirche wurde in der Markthalle weiter gefeiert. Traditionell verabschiedeten sich die Schülerinnen klassenweise mit schönen, und emotionalen Liedern. Da wollten sich auch die erwähnten Lehrerinnen nicht lumpen lassen: Umrahmt vom Lied „Geboren um zu leben“ von Unheilig blickten Marita Dinger, Judith Dörtelmann, Eva Hafer und Marion Baltzer humorvoll und lobend auf die gemeinsame Schulzeit zurück und gaben den jungen Damen gleichfalls gute Ratschläge mit auf den Weg: „Verliert nie Eure Zuversicht, Euren Mut und Eure Neugier, bewahrt die Achtung vor den Mitmenschen und tragt in schwierigen Situationen ein Lächeln in Euren Herzen.“

Neben einer Ehrung der Klassenlehrerinnen durch die Abschlussschülerinnen wandten sich auch die Klassensprecherinnen und die Schülervertretung an ihre scheidenden Mitschülerinnen. „Es war eine schöne Zeit, die wir nie vergessen werden“, hieß es da, und nach vorne blickend meinten die Sprecherinnen: „Vielleicht werden sich unsere Lebenswege ja noch einmal kreuzen.“

Abschied mit Tränen

Bei Musik und Häppchen klang der Abend in der festlich dekorierten Monschauer Markthalle aus, und beim allerletzten „Auf Wiedersehen“ hatte schon so manche Schülerin mehr als nur eine Träne im Auge.

(cjk/hes)
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