Simmerath: Absolventen des Berufskollegs Simmerath/Stolberg feiern Abschluss

Simmerath : Absolventen des Berufskollegs Simmerath/Stolberg feiern Abschluss

„Wer fliegen will, muss den Mut haben, den Boden zu verlassen.“ Begleitet von diesem Spruch, der das Cover des Programmablaufs zierte, verabschiedeten sich am Donnerstagabend 139 Schülerinnen und Schüler vom Berufskolleg Simmerath/Stolberg in Simmerath. Rund 500 Personen trafen sich aus diesem Anlass in der Turnhalle der Institution in Simmerath.

Schulleiterin Ingrid Wagner begrüßte die Anwesenden, darunter den ersten Bürger der Gemeinde, Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns sowie die stellvertretende Bürgermeisterin von Roetgen, Anita Buchsteiner. Sowohl Hermanns als auch Wagner waren einst selbst Absolventen des Berufskollegs in Simmerath.

Mit Blumen und Geschenken bedankten sich die Klassenvertreter bei ihren Lehrern. Foto: Gudrun Klinkhammer

Ingrid Wagner kam auf das Motto der Entlassfeier zu sprechen. Zu tief fliegen berge Gefahren, zu hoch fliegen ebenfalls. Wagner: „Den Boden verlassen, das heißt, anders zu denken. Den Mut haben, Neues zu wagen, aber auch, wieder auf den Boden zurückzukehren und sich Herausforderungen stellen.“ Nicht von ungefähr heiße eine alte Fliegerregel: „Fliegen heißt landen.“

Mit dem Zeugnis würden die Absolventen das Ticket in Empfang nehmen, um abzuheben und den sicheren Boden des Berufskollegs in Simmerath zu verlassen. Das nötige Rüstzeug sei vorhanden, um sicher zu navigieren und sicher zu landen. Ingrid Wagner: „Ich wünsche ihnen, dass sie ihren ,Flug‘ aus größerer Höhe überstehen, ohne dabei ,zu Bruch‘ zu gehen.“ Die Schulleiterin attestierte ihren Schützlingen, dass sie zukünftig die Fachkräfte in der Region sein werden, die so dringend benötigt würden. Exemplarisch nannte sie die Erzieherinnen und Erzieher, die in Simmerath zum ersten Mal ausgebildet und entlassen wurden.

„Gute Aufstiegsmöglichkeiten“

Bürgermeister Hermanns trat ebenfalls vor das Auditorium. Er wies darauf hin, dass nicht ausschließlich eine akademische Ausbildung erstrebenswert sei. Hermanns: „Nachwuchskräfte generell werden händeringend gesucht, und nach einer Berufsausbildung und mit Fortbildungen gibt es sehr gute Aufstiegsmöglichkeiten.“ Für das System der Berufsausbildung mit Berufsschulunterricht werde Deutschland in ganz Europa beneidet. Die Stärke der deutschen Industrie sei nicht nur den Studierten zu verdanken, sondern in gleichem Maße der Kompetenz von Menschen, die ihre Qualifikation in einer Berufsausbildung erworben haben. Auch die Entwicklung des Berufskollegs in Simmerath sei vorbildlich. Im September 2017 sei die neue Ausbildungshalle für Kraftfahrer eingeweiht worden, zwei neue Klassen seien zum neuen Schuljahr geschaffen worden.

Die Absolventen im Sommer 2018 erlangten ganz unterschiedliche Qualifikationen und Schulabschlüsse. So waren Zeugnisse für Hauptschul- und Realschulabschluss dabei ebenso wie Fachabitur, die an der Höheren Handelsschule, der Berufsfachschule mit Berufsvorbereitung, der Fachoberschule für Sozial- und Gesundheitswesen, der Fachschule für Sozialwesen und der Berufsfachschule für Kinderpflege erlangt werden können. Neben den Erzieherinnen gibt es neuerdings den Abschluss zur Kinderpflegerin.

Schülersprecher Sascha Schmitz bedankte sich im Namen aller Schülerinnen und Schüler für die schöne Zeit am Berufskolleg Simmerath, in der der Spaß nicht zu kurz gekommen sei. Als Moderatorinnen führten Alida Dacic und Michelle Prautsch durch das Programm.

Für die musikalische Umrahmung sorgte hörenswert das „Maastricht Jazz Quartet“. Der Feier in der Sporthalle des Berufskollegs in Simmerath ging ein Ökumenischer Gottesdienst in der Kirche St. Johann Baptist in Simmerath voraus.

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