Rott: Abschied nach zwei aufregenden Spielzeiten

Rott : Abschied nach zwei aufregenden Spielzeiten

Als Mirko Braun im Sommer 2016 den Trainerjob beim SV Rott antrat, war die Stimmung rund um den Tiergarten überschaubar. Der Verein hatte in der Saison 2015/16 mit nur drei Siegen, einem Unentschieden aber neun Niederlagen eine ganz bescheidene Rückrunde gespielt und war aus der Landesliga abgestiegen.

Personell sah es auch nicht gerade rosig aus und nach durchwachsener Vorbereitung erschien die 0:3-Auftaktniederlage bei Concordia Oidtweiler nicht sensationell.

Schon nach dem ersten Spieltag waren die Motivations- und Improvisationskünste von Mirko Braun gefragt. Dem Trainer gelang es aber schnell, mit überzeugender Arbeit die Mannschaft in die Erfolgsspur zu setzen. Taktisch bestens geschult, wussten die Rot-Weißen, als es in die Winterpause ging, wieder wo oben in der Tabelle war. In der Rückrunde der Saison 2016/17 ließen sie nichts mehr anbrennen und schafften mit zehn Siegen, zwei Niederlagen und zwei Unentschieden den sofortigen Wiederaufstieg in die Landesliga.

Doppelbelastung

In der verlief der Auftakt mit zwei Niederlagen und einem Unentschieden nicht gerade wunschgemäß. Am vierten Spieltag landeten die Rot-Weißen gegen den BC Kohlscheid den ersten Saisonsieg. In den Wochen im September hatte die Mannschaft auch die Doppelbelastung in der Kreispokalrunde zu verkraften. Bis zum Viertelfinale war die Losfee den Rottern noch gut gesonnen, aber dann folgte im Halbfinale das Pokalderby gegen Inde Hahn. Nach dem 4:2-Sieg gegen Hahn wartete im Finale Mittelrheinligist VfL Vichttal, aber auch der klassenhöhere Gegner konnte die taktisch hervorragend eingestellten Rotter nicht aufhalten. Ein Tor von Sommerneuzugang Thomas Schmidt reichte, um den Cup mit nach Rott zunehmen.

Knapp zwei Wochen später tauchte in der ersten Pokalrunde auf Mittelrheinebene der damalige Tabellenführer der Mittelrheinliga, SV Siegburg, in Rott auf und holte sich eine sensationelle 1:5-Packung ab. Am 25. November beendeten die Rotter das Pokalabenteuer 2017 mit einem 1:0-Erfolg beim Ligakonkurrenten Frechen 20, gegen den man im ersten Meisterschaftsspiel noch eine 1:5-Niederlage hinnehmen musste. Größter Wunsch von Trainer Mirko Braun war es, im Viertelfinale des Pokals auf Alemannia Aachen zu treffen.

Trotz Belastung im Pokal spielte die Mannschaft auch noch eine gute Hinrunde in der Landesliga. Nach dem ersten Dezemberwochenende verabschiedete der Aufsteiger sich mit einer beeindruckenden Zwischenbilanz von vier Siegen, sechs Unentschieden und nur vier Niederlagen in die Winterpause. In der sich nach der Pokalauslosung am 14. Dezember für den Coach der Traum erfüllte. Im Pokalviertelfinale zogen die Rotter das Traumlos Alemannia Aachen und Mirko Braun jubelte. „Das ist ein Knaller. Mit diesem Spiel wird die Mannschaft für die bisher geleistete Arbeit richtig belohnt“.

Trotz der Freude über den Pokalkracher verschlechterte sich in der Winterpause die personelle Situation gravierend, denn sechs Spieler verließen den Verein und konnten nicht adäquat ersetzt werden. Trotz der personellen Sorgen fieberte das ganze Dorf dem Pokalhighlight gegen die Alemannia entgegen. So viele Leute wie am 21. Februar hatte der beschauliche Ort noch nicht gesehen. Vor der Rekordkulisse von 1400 Zuschauern ging die Partie über die Bühne. Erwartungsgemäß gewann die Alemannia die Partie 2:1, aber der SV Rott bot dem Favoriten 90 Minuten Paroli. „Ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft“, hatte Mirko Braun allen Grund zufrieden zu sein.

Guter Rückrundenstart

Punktemäßig lief es auch in der Landesliga in den ersten Wochen der Rückrunde prima. Unter die Verlierer wurde der Sportverein nur bei Inde Hahn geschickt, in den restlichen Spielen landeten die Rot-Weißen fünf Siege und drei Unentschieden. Allerdings taten sich aus personeller Sicht neue Baustellen auf. Mannschaftsführer Freddy Casper zog sich Ende März einen Achillessehnenriss zu, einen Monat später war auch für Stephan Savic nach einer schweren Knieverletzung die Saison gelaufen. Der sowieso schon kleine Kader musste jetzt auch noch zwei Defensivspezialisten ersetzen.

Trotz aller personellen Baustellen spielte die Mannschaft noch eine hervorragende Rückrunde und beendete die Landesligasaison als Aufsteiger auf einem guten sechsten Tabellenplatz. Für Braun endete am vergangenen Sonntag die Trainerzeit in Rott. Er hatte sich schon Anfang des Jahres für die A-Junioren von Hertha Walheim entschieden.

Auch wenn in den letzten Wochen in Rott zwischen Trainer und Vorstand nur noch selten gekuschelt wurde, müssen die Rotter dem Trainer und Motivator ein sehr gutes Zeugnis ausstellen. Unter ihm gelang in der vergangenen Saison der sofortige Wiederaufstieg in die Landesliga und der dritte Rang im Kreispokal. In der gerade abgelaufenen Saison erreichte der Sportverein als Aufsteiger eine Topplatzierung in der Landesliga, wobei der Kreispokalsieg und das Erreichen des Viertelfinales auf Mittelrheinebene, das bisher noch nie eine Mannschaft aus der Region erreicht hatte, im Fokus stand.

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