Höfen: 6000 Quadratmeter voller Pflanzenliebe

Höfen : 6000 Quadratmeter voller Pflanzenliebe

„Narren hasten, Kluge warten, Weise gehen in den Garten“, lautet der Spruch auf einer Schiefertafel im Garten von Marlene und Turgut Mehmet. Vor 30 Jahren begann das Ehepaar, in einem mehr als 6000 Quadratmeter großen Garten Beete anzulegen. Mit der Zeit wuchs das grüne Refugium ebenso wie das Wissen und Können der jetzt 67 und 68 Jahre alten Gartenliebhaber.

Marlene Mehmet erinnert sich: „Irgendwann kamen wir zu den Aachener Rosenfreunden, dort öffnete sich eine neue Welt.“

Erste Fahrten nach England in die wunderschönen Gärten von Cornwall wurden unternommen, die Begeisterung etwa für die Ramblerrosen, die hoch in die Bäume klettern, wuchs. In ihrem Garten bevölkern inzwischen die Rambler Bobby James, die Paul Himalayan Musk, American Pillar und die Ramblerrose Veilchenblau die hohen Bäume in der rauen Eifel. Mit unglaublicher Akkuratesse widmet sich Turgut Mehmet der Pflege der Rosen und der Beete. Allein am Haus glättet der erfahrene Arzt rund 400 Meter Rasenkante mit einer speziellen Rasenschere aus England.

Wie aus dem Bilderbuch sehen bei Mehmets die Beete, in denen es in sämtlichen Farben und Formen blüht und wächst, aus. Turgut Mehmet sagt dazu: „Vor allem die Rosen benötigen viel Pflege, Wasser, Dünger und einen regelmäßigen Schnitt, etwa zeitgleich, wenn die Forsythien blühen.“ Die Pflegearbeiten der Rosen sind das Revier des Hausherren, da lässt er sich auch nicht reinpfuschen. Marlene Mehmet dagegen kümmert sich natürlich auch um alles, was blüht und grünt. Allerdings sind ihr auch die Gartenaccessoires ganz wichtig, die sie seit Jahrzehnten sammelt.

Egal, ob aus Glas von Künstlerhand geschaffen, aus Keramik, aus Metall, aus dem Küchenregal, dem Baumarkt oder vom Handwerkermarkt, was gefällt, wird platziert und geschmückt. Große Statuen, die sich unter Rosen räkeln, fangen das Auge ebenso ein wie Gänseköpfe aus Keramik, die aus einem Meer von Bergenien die Hälse in den Himmel recken. Inzwischen haben Marlene und Turgut Mehmet viele Länder bereist und die Gärten dort studiert. Immer wieder geben diese Reisen Impulse, auch im vom Klima eher rauen Höfen neue Pflanzen zu setzen.

Aus Zypern stammt beispielsweise eine Sedum-Art, die schmückend am Brunnen orange-gelb blüht. Gemulcht wird mit Buchenblätterlaub. Rund ums Jahr ergibt das Blühparadies mit Bienenhotel, Gartenteich und Pavillon einen lebendigen Park, der nicht nur zur Gartenarbeit einlädt, sondern auch zur Zerstreuung und zum Verweilen. Mit Narzissen, Schneeglöckchen und Knabenkraut, eine Orchideenart, geht der Reigen los, der erst spät im Winter innehält, um dann wieder von vorne zu beginnen. Mit Vorliebe füttert Turgut Mehmet die Vögel, um sie anschließend zu beobachten.

Marlene Mehmet hat einen wachen Blick auf die Hochbeete und das Gewächshaus. Schafswolle, in lange Bahnen um bestimmte Pflanzen wie etwa die Salatköpfe herum gelegt, sollen Schnecken abhalten. Tassen, gefüllt mit Stroh, dienen Ohrenkneifern als Unterschlupf. Wie viele Gartenliebhaber betrachten Marlene und Turgut Mehmet die Tätigkeit in ihrem grünen Reich nicht als Arbeit. Stattdessen ist es Sport, Fitness, soziales Gefüge und sogar Meditation, für den Menschen eine Rundumversorgung mitten in der Natur.