50. Weihnachtsmärchen der Theaterfreunde Roetgen

Von Kindern für Kinder in Roetgen : 50. Weihnachtsmärchen der Theaterfreunde

Am zweiten Adventswochenende ist es wieder soweit: Die Theaterfreunde 1929 Roetgen führen ihr alljährliches Weihnachtsmärchen im Bürgersaal auf.

„Dieses Jahr spielen wir zum 50. Mal. Das ist ein tolles Jubiläum“, so Monika Bahr, die Vorsitzende der Theaterfreunde. Bahr ist seit dem ersten Weihnachtsmärchen 1968 ein fester Bestandteil der Theaterstücke, die von Kindern für Kinder gespielt werden. „Damals war ich einer der Zwerge bei ‚Schneewittchen’. Seit 1982 führe ich, gemeinsam mit meinen Schwestern Claudia Löhrer und Marion Nickel, Regie“, so Bahr.

Bereits seit dem ersten Stück ist auch Ingrid Schmitz dabei, die die Kostüme näht, den Fundus verwaltet und jedes Jahr erneut die Märchen zum Leben erweckt. Angefangen hatte damals alles mit der Idee von Rita Kreitz, neben der Erwachsenen-Theatergruppe des Vereins eine Gruppe nur für junge Schauspieler zu gründen. Schnell waren viele Jungschauspieler gefunden, und im ehemaligen Saal Wilms fand im Dezember 1968 die Premiere von „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ statt.

Diverse Spielorte bespielt

Seitdem ist viel passiert. Vom Saal Wilden zog man in den Saal Hövel, von dort in die ehemalige Roetgener Grundschulaula und anschließend in das katholische Pfarrheim. Seit der Eröffnung des Bürgersaals an der Rosentalstraße findet dort turnusgemäß das Roetgener Weihnachtsstück statt. Viele bekannte Märchen brachten die durchschnittlich fünf- bis 14-jährigen Kinderschauspieler auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Neben Klassikern wie „Schneewittchen“ und „Dornröschen“ spielten die Theaterfreunde auch „Die Bremer Stadtmusikanten“, „Der Froschkönig“ oder auch „Der kleine Muck“.„Der kleine Muck“, Anfang der 1990er Jahre, war für Bahr ein absolutes Highlight: „Die orientalischen Kostüme und die arabische Kulisse waren einfach toll.“

In den Sommerferien entscheidet sich der Verein für ein Märchen und probt dann ab den Herbstferien ohne Text. „Die Stücke sind meist einfach inszeniert, da wir immer wieder auch sehr junge Schauspieler in unseren Reihen haben“, so die Regisseurin. „Wir sind aber vor allem eins: eine große Familie“, benennt es Bahr, wenn sie an die vielen Jungschauspieler der letzten Jahre denkt: „Bei uns ist es durchaus üblich, dass die Kinder ehemaliger Schauspieler auch bei uns wieder mitspielen. Unsere ehemalige Schauspielerin Eva Jünger führt seit letztem Jahr mit uns Regie. Ihre Töchter spielen dieses Jahr mit.“

Seit 11 Jahren ist auch Felix Nickel fester Bestandteil der Roetgener Weihnachtsmärchen: „Es ist einfach so bei uns in der Familie, dass man hier mitmacht. Ich habe das Theaterspielen in den Genen. Angefangen habe ich damals mit einem Satz bei ‚Dornröschen’.“ Nickel plant von der Kindertheatergruppe zu den „großen Theaterfreunden“ zu wechseln: „Man muss auch anderen mal eine Chance geben“, so Nickel.

Auch wenn die Monate vor der Premiere von Stress geprägt sind, würde Bahr nichts ändern: „Die Begeisterung der Kinder und Schauspieler macht all das wett. Die Arbeit lohnt sich immer wieder.“ Warum der Verein auch noch nach 50 Jahren an ihrem Weihnachtsmärchen festhält, steht für die Vorsitzende fest: „Märchen passen einfach zur Weihnachtszeit. Das Publikum ist in dieser Zeit sehr offen, sich auf diese Geschichten einzulassen.“

In diesem Jahr wird „Die Schöne und das Biest“ am 8. und 9. Dezember jeweils um 17 Uhr in eine vorweihnachtliche Stimmung versetzen. Der Vorverkauf hat bereits im Schreibwarengeschäft Kessel und im Frisörsalon Moosmayer begonnen.

(kfr)
Mehr von Aachener Nachrichten