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50 Jahre Ortskartell Rurberg-Woffelsbach

50 Jahre Ortskartell Rurberg-Woffelsbach : Sektkorken knallen bei der Hauptversammlung

Zu Beginn der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Ortskartells Rurberg-Woffelsbach knallten die Sektkorken. Grund dafür war das 50-jährige Bestehen des Gremiums.Ein weiterer Anlass zum Feiern war die 25-jährige Tätigkeit von Bruno Nellessen als Vorsitzender und Wolfgang Harth als Geschäftsführer.

Zu Beginn des Jahres 1968 beschlossen die Vorstände von sechs Vereinen, ein Gremium zu gründen mit dem Ziel, Terminüberschneidungen bei Veranstaltungen der beiden Orte im Rurseetal zu vermeiden. So war die Erstellung eines jährlichen Veranstaltungskalenders die vorrangige Aktivität des Ortskartells, dem zunächst die Schützenbruderschaft, die Freiwillige Feuerwehr, der Jünglingsverein, Karnevalsverein, Verkehrsverein und Sportverein angehörten. Als eigenes Fest veranstaltete man einige Jahre im Saal ein Dorffest mit großer Tombola.

Ende der 1970er Jahre gehörten bereits 16 Vereine und Gruppen dem Ortskartell an. Im November 1993 fand ein Generationswechsel statt. Für den bisherigen Vorsitzenden Paul Nellessen wurde sein Sohn Bruno zum Vorsitzenden gewählt. Wolfgang Harth, der in den Jahren zuvor schon immer die Erstellung des Terminkalenders übernommen hatte, wurde an Stelle von Heinrich Karbig zum Schriftführer gewählt. Paul Nellessen und Heinrich Karbig wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Beim Rückblick anlässlich des diesjährigen Jubiläums nannte Bruno Nellessen drei besondere Projekte, die aus dem Ortskartell heraus entstanden sind und nachhaltigen Charakter haben: Im November 1994 wurde der Arbeitskreis Dorfchronik gebildet mit dem Ziel, die Historie der beiden Orte zu recherchieren und zu dokumentieren. Nach umfangreicher Vorarbeit des Arbeitskreises wurde im Jahr 2002 ein eigenständiger Heimatverein gegründet und im Jahr 2004 die Dorfchronik für Rurberg-Woffelsbach veröffentlicht. Hierdurch wurden insbesondere die turbulenten Jahre des Talsperrenbaus, des Zweiten Weltkrieges und der Aufstockung der Talsperre, die das Ortsbild und die Struktur beider Orte stark verändert haben, aufgezeichnet und für die Nachwelt erhalten.

Da sowohl die Kirmes in Rurberg als auch das Pfarrfest der Pfarre Sankt Barbara Rurberg immer mehr an Zuspruch verloren, beschlossen Ortskartell und Pfarrgemeinderat, ab dem Jahr 2000 am Eifeler Kirmeswochenende gemeinsam eine Pfarrkirmes durchzuführen. Diese Zusammenarbeit erwies sich für beide Seiten, Pfarre und Vereine, als sehr erfolgreich.

Nachdem der Saal in Rurberg ab 2006 nicht mehr für Veranstaltungen der Vereine zur Verfügung stand, wurden damals im Ortskartell Alternativen diskutiert. So wurde unter anderem ein Konzept erörtert, das (alte) Restaurant Antoniushof für Vereinszwecke zu nutzen und zu erweitern. Als im Rahmen der Euregionale 2008 Fördergelder in Aussicht gestellt wurden, gründete man die Vereinsgemeinschaft Antoniushof GbR als Träger zur Sanierung und späteren Unterhaltung des Gebäudekomplexes. Durch umfangreiche Eigenleistung der Vereine entstand das heutige Veranstaltungszentrum am Eiserbachsee.

Bruno Nellessen und Wolfgang Harth nahmen das diesjährige Jubiläum zum Anlass, auf ihre Vorstandsposten zu verzichten und die Ämter an jüngere Personen zu übergeben. Zu ihren Nachfolgern wurden von der Versammlung Ingo Jansen als Vorsitzender und Stefan Dederichs als Geschäftsführer gewählt. Schatzmeisterin ist weiterhin Sigrid Cremer. Ihr wurde von den Kassenprüfern eine ordnungsgemäße Kassenführung attestiert. Aktuell gehören dem Ortskartell 14 Vereine und Gruppen an. Die Versammlung beschloss, einen Arbeitskreis zu bilden, um das Konzept für die Pfarrkirmes zu optimieren.