Würselen: 40-Millionen-Projekt läuft an

Würselen: 40-Millionen-Projekt läuft an

Mit den Baggern dauert es dann doch noch einige Wochen. Zwar hat die Stadt Würselen die Baugenehmigung erteilt. Und als erste Vorboten sind schon einige Bäume auf dem Areal des Medizinischen Zentrums (MZ) der Städteregion am Würselener Mauerfeldchen gerodet worden, um einen Ausweichlandeplatz für den Rettungshubschrauber anzulegen.

Baustraße und Rampe werden bald folgen. Doch es wird schon noch Dezember oder Januar werden, schätzt MZ-Geschäftsführer Falko Rapp, bis die Bagger am Krankenhausstandort Marienhöhe anrollen, um die Baugrube für das 40-Millionen-Projekt auszuheben.

Mehrere Ausbaustufen

In mehreren Bauabschnitten soll ein Anbau mit elf Geschossen - davon zwei unter der Erde - samt Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach hochgezogen werden, der an der rückwärtigen Seite des bestehenden Haupthauses mit diesem verbunden wird. „In einem ersten Abschnitt wird voraussichtlich bis Herbst 2012 der Rohbau erstellt”, erläutert Wolfram Bannenberg von der MZ-Geschäftsführung und ergänzt: „Ende 2013 soll der erste Bauabschnitt in Betrieb gehen.”

Das heißt: Entgegen den ersten Planungen aus dem Jahr 2009 werden nicht gleich alle Stockwerke des insgesamt 30 Meter hohen Gebäudes ausgebaut, sondern lediglich die Obergeschosse drei bis sechs. „Die Pflegestationen können dann winkelförmig in Verbindung mit dem Altbau betrieben werden”, gibt Bannenberg Einblick in die künftig L-förmige Grundstruktur der Stationen.

21 Millionen Euro schlagen für diesen ersten Abschnitt zu Buche, rund 15 Millionen davon entfallen auf den Rohbau, der Rest verteilt sich auf den Ausbau und den Landeplatz. „Im zweiten und dritten Bauabschnitt werden schließlich die beiden Flügel des Altbaus energetisch saniert und alle Patientenzimmer um Badezimmer ergänzt sowie der restliche Neubau ausgebaut”, erläutert Bannenberg. Wann dies in Angriff genommen wird, ist derzeit noch unklar.

Der MZ-Aufsichtsrat - vertreten sind je hälftig die Städteregion und die Knappschaft als Krankenhausträger - hat zwar der Gesamtplanung zugestimmt, will aber nur stufenweise grünes Licht für das Großprojekt geben. Doch Rapp hofft auf und glaubt an einen möglichst nahtlosen Baufortschritt: „Alle sind sich einig, dass der Standort jetzt modernisiert werden muss. Schließlich hat sich das Anforderungsprofil der Patienten komplett geändert - 1967 sahen die Hotels auch anders aus als heute.”

Das MZ bleibt zwar ein Krankenhaus. Doch gibt es derzeit im Altbau im wesentlichen Dreibettzimmer ohne Nasszelle, werde es künftig nur noch Ein- und Zweibettzimmer mit Dusche geben, sagt Bannenberg. Im Neubau werden Zwei- und Dreibettzimmer samt Nasszelle gebaut, die räumlich jedoch noch großzügiger sein werden als die Zimmer im Altbau.Mehr Komfort bei gleichbleibender Bettenzahl ist das Ziel.

Weniger Lärm

Bannenberg verweist auf zwei weitere Vorteile. Zum einen würden durch die spiegelbildliche Anordnung der L-Stationen die Arbeitsabläufe für das Pflegepersonal optimiert. Zum anderen werde es für Patienten und Anwohner weniger Lärm geben. „Dass der Hubschrauber demnächst in rund 30 Metern Höhe landet, wird man deutlich merken.”

Geschäftsführer Rapp versichert derweil, dass die Patienten auch von den Bauarbeiten „kaum etwas” mitbekommen werden. „Natürlich geht so etwas nicht geräuschlos über die Bühne. Aber Bauarbeiter auf den Fluren oder Staubwände an jeder Ecke wird es nicht geben”, betont er. Zunächst werde sowieso erst der Anbau hochgezogen. Wenn dieser voll funktionsfähig ist, soll erst einer und dann der nächste Altbauflügel komplett in den Neubau ziehen, um erstere dann zu sanieren. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Zuerst einmal müssen die Bagger anrollen.