35 Meter hohe Anlage im Bereich Hatzevenn soll 2020 fertig sein

Mobilfunkmast mit Touristenmagnet : Der Steling soll einen Aussichtsturm bekommen

Der Höhenrücken an der deutsch-belgischen Grenze bei Mützenich bietet bei guter Sicht einen atemberaubenden Blick auf das Monschauer Land. Die exponierte Lage des Stelings, der höchsten Erhebung in der Städteregion Aachen, ist aber nicht nur touristisch interessant.

In den letzten Jahren wurden nämlich vermehrt auch Anfragen für Errichtung und Betrieb von Richtfunkmasten in diesem Bereich an die Stadt Monschau gestellt, wie die Verwaltung bereits im Herbst 2017 berichtete. Besonders der nordöstlich vom Steling liegende Bereich Hatzevenn wurde als besonders geeignet für einen schnellen, länderübergreifenden Datenaustausch ausgemacht.

Jetzt hat der Monschauer Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung den Abschluss eines Mietvertrages mit einem der interessierten Betreiber beschlossen, hat diesen jedoch an eine Bedingung geknüpft: Der 30 bis 35 Meter hohe Richtfunkturm darf nur in Verbindung mit einer allgemein zugänglichen Aussichtsplattform errichtet werden.

Seinerzeit hatte die Stadt das Ersuchen der interessierten Betreiberfirmen zunächst abgelehnt, da eine „planungsrechtliche Genehmigungsfähigkeit“ fehlte und weil man sich bezüglich der Verpachtung eines Grundstücks für diese Zwecke juristisch beraten lassen wollte. Vor rund anderthalb Jahren wurde dann das Bauleitplanverfahren eingeleitet, und in einer europaweiten Ausschreibung wurden Interessenten gesucht. Dabei legte die Stadt sich auf eine Fläche im Bereich Hatzevenn bei Mützenich fest, direkt an der deutsch-belgischen Grenze gelegen.

„Das Interesse der Firmen besteht darin, eine Richtfunkstrecke zwischen London und Frankfurt und zurück zu errichten. Die Höhenlage bei Mützenich liegt genau im Korridor dieser beiden Punkte und ist offensichtlich besonders geeignet, um mit Richtfunkspiegeln die Luftstrecke zu überbrücken“, erläuterte Bürgermeisterin Margareta Ritter.

Für die Stadt Monschau als Eigentümerin des Grundstücks springt dabei eine jährliche Pacht heraus, deren Dauer und Höhe sich nach der Ausführung des Aussichtsturms richten wird. „Wie der Turm aussehen wird, wird erst Gegenstand des Planverfahrens sein“, so Ritter.

Ein Vorbild könnte dabei ein Aussichtsturm in Daun sein, der offen, eckig, überwiegend aus Holz gebaut und mit einem Sicherheitsgeländer ausgestattet ist. Oberhalb vom Dach der Aussichtsplattform könnten dann die Richtfunkspiegel Platz finden. Weitere Funkantennen, beispielsweise für Mobilfunk, sollen nicht an der Anlage angebracht werden.

Der Aussichtsturm wäre ein weiterer touristischer Anlaufpunkt in diesem Bereich – neben dem kleinen Aussichtsturm unweit des Palsens, dem Eifelsteig, den Hohen Venn, Kaiser Karls Bettstatt, dem Eifelblick am „Waaneschlachswääch“ und dem Steling selbst. Dieser Punkt am „Kreuz des Wachens“ ist mit 659 Metern über dem Meeresspiegel die höchste Erhebung im Gebiet der Städteregion Aachen.

Die hervorragende Fernsicht war der Grund dafür, dass sich am Steling sogar einmal ein Feuerwachturm befand. Von der Kuppe des Stelings hat man einen weiten Überblick über die Nordeifel und man kann bei sehr guter Fernsicht das Siebengebirge bei Bonn und den Kölner Dom sehen.

(hes)
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