Simmerath: 200 Fans pilgern mit dem Bus zu den Heimspielen

Simmerath: 200 Fans pilgern mit dem Bus zu den Heimspielen

Um einen flotten Spruch ist Erik Meijer nie verlegen. „Tschuldigung, das war Messi”, sagte Alemannias Sportdirektor lachend zu den wartenden Fans, die sich im Simmerather Holzfachhandel Manfred Scherf eingefunden hatten, und zeigte auf sein Handy. Kurz zuvor hatte Meijer den Weltfußballer noch live im Champions-League-Spiel in Leverkusen gesehen.

Ein paar Anekdötchen hier, ein kleiner Witz da - wo Meijer aufschlägt, wirds nicht langweilig.

In die Eifel kam Alemannias berühmtester Mitarbeiter gemeinsam mit Abwehrspieler Kim Falkenberg aber vor allem, um Danke zu sagen. Denn der Eifeler Tivoli-Bus, der die Fans aus der Region seit drei Spielzeiten unkompliziert zu jedem Heimspiel fährt, stand vor der aktuellen Saison auf der Kippe. Doch dank des Engagements des Simmerather Unternehmers Jochen Scherf rollen weiterhin zwei RVE-Gelenkbusse alle zwei Wochen nach Aachen.

„100 Fans fahren stets pro Bus mit”, erzählte Rainer Braun, einer der Tivoli-Bus-Initiatoren, dem Alemannia-Spieler und seinem Sportdirektor. Einer von ihnen ist Meinolf Breuer. Seit der ersten Fahrt am 17. August 2009 ist er dabei. Die Premiere ging kräftig in die Hose: Mit 0:5 kamen die Schwarz-Gelben beim ersten Spiel am neuen Tivoli gegen St. Pauli unter die Räder. Ein Grund, das Fan-Sein einzustellen, war das für Breuer selbstverständlich nicht. Schließlich fährt er bereits seit 1958 zu „seiner” Alemannia - und hat seitdem große Erfolge wie schmerzhafte Niederlagen erfahren. Vor zwei Wochen ging es erneut gegen St. Pauli. 2:1 gewann das Team, das unter Trainer Friedhelm Funkel langsam wieder in die Spur findet.

Entsprechend zuversichtlich sind die Eifeler Fans, dass auch morgen nach dem Heimspiel gegen den Tabellenletzten Rostock die Stimmung gut sein wird im Bus. „Das ist auch für uns Spieler ein Ansporn, wenn man einmal sieht, was die Fans für einen Aufwand betreiben, um uns zu sehen”, versprach Kim Falkenberg den Fans in Simmerath, alles zu geben, damit die Alemannia am Ende drei Punkte mehr dem Konto hat.

Für den Förderer des Eifeler Tivoli-Busses, Jochen Scherf, gabs am Ende noch ein Trikot mit den Unterschriften aller Spieler. Und Meijer? Der handelte schon ein Spiel mit Alemannias Traditionsmannschaft gegen Konzens Alte Herren aus. „Aber im Sommer, wenn der Grill läuft”, sagte er, klopfte den Fans auf die Schulter und stapfte hinaus in den Schneematsch.

Alemannias Fan-Bus im Netz: www.eifeltivolibus.de

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