Zwölf Millionen Euro für den Breitbandausbau im Kreis Düren

Breitbandausbau im Kreis Düren : Zwölf Millionen Euro fließen in unterversorgte Kommunen

Internetnutzer in allen 15 Kommunen des Kreises Düren profitieren in den nächsten beiden Jahren vom Ausbau der Breitbandinfrastruktur. Knapp 3000 derzeit unterversorgte Privat- und Firmenanschlüsse werden nach einer Mitteilung des Kreises Düren aufgewertet.

Nutznießer sind in besonderer Weise die 112 Schulen zwischen Heimbach und Titz, die ans Glasfasernetz angeschlossen werden. In einem weiteren Schritt wird es möglich sein, auch gezielt Gewerbebetriebe zu fördern, kündigte Amtsleiter Walter Weinberger im Ausschuss für Kreis- und Regionalentwicklung an. Hierfür sei noch eine weitere „Markterkundung“ notwendig.

Diese Untersuchung soll zeigen, wo kein eigenwirtschaftlicher Breitbandausbau durch Telekommunikationsunternehmen möglich ist. Sind diese Bereiche identifiziert, können Fördermittel in Anspruch genommen werden. Die von der Europäischen Union festgelegte Schwelle liegt bei 30 Megabit Download pro Sekunde. Ist die Grenze unterschritten, dürfen Fördermittel fließen, die von Bund und Land bereitgestellt werden. 12 Millionen Euro stehen dem Kreis zur Verfügung.

Regierungspräsidentin Gisela Walsken hat Landrat Wolfgang Spelthahn vergangene Woche den Förderbescheid über die NRW-Gelder (5,7 Millionen Euro) überreicht. Am Montag unterzeichnete der Landrat den Vertrag mit dem Dürener Unternehmen Soco Network Solutions über den Breitbandausbau in den Kreisbereichen Nord und Mitte. Das sind alle Städte und Gemeinden außer den Süd-Kommunen Heimbach, Hürtgenwald, Kreuzau, Nideggen und Vettweiß. Dort wird die Deutsche Telekom Ausbauvertragspartner des Kreises Düren.

Soco-Geschäftsführer Stephan Fuß kündigte an, dass die Bagger im Sommer rollen. Bis dahin sollen im Rahmen der Feinplanung die Genehmigungen für die Bauarbeiten eingeholt werden. Laut Fuß steht für die Bereiche Nord und Mitte fest: „Wir werden in der Gemeinde Inden beginnen.“ Verlegt werden nach Angaben von Soco „überall Glasfaserkabel, die Übertragungsraten von 1000 MBit pro Sekunde ermöglichen“. Weil Fördermittel verbaut werden, müssen die Arbeiten binnen 24 Monaten abgeschlossen sein.

Ursprünglich waren im Kreis Düren nicht nur 3000 langsame Anschlüsse identifiziert worden, sondern 12.000, wie Walter Weinberger im Fachausschuss informierte. Nach der Markterkundung haben dann aber mehrere Telekommunikationsunternehmen auf eigene Rechnung den Netzausbau vorangetrieben und so die Versorgungssituation ohne staatliche Zuschüsse verbessert.

(vpu)
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