Düren: Zwei Staatspräsidenten zu Gast im Burgau-Gymnasium?

Düren : Zwei Staatspräsidenten zu Gast im Burgau-Gymnasium?

So ganz abwegig ist es nicht, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der französische Präsident Emmanuel Macron sich im kommenden Jahr in Düren die Hand schütteln. Anlässlich seines 50-jährigen Bestehens richtet das Burgau-Gymnasium im September 2019 das deutsch-französische Jugendtreffen aus, das zuletzt 2010 in Bochum stattgefunden hat.

Steinmeier hat bereits zugesagt, die Schirmherrschaft über das Treffen mit bis zu 1000 Teilnehmern zu übernehmen. Die beiden Schülerinnen Susanne Reykers und Antonia Blind (beide 17) haben im Rahmen der Aachener Karlspreisverleihung Emmanuel Macron persönlich zu dem Treffen an der Rur eingeladen. Geantwortet hat der Präsident bisher noch nicht.

„Wird Treffen spannend finden“

Gleichwohl sind die beiden Schülerinnen, Französischlehrerin Martina Mäsch-Donike und Burgau-Schulleiter Dr. Arno Schneider davon überzeugt, dass der französische Präsident sich für die Veranstaltung in Düren interessiert. „Das wird ein richtiges Europatreffen der Jugend“, erklärt Schneider. „Teilnehmen werden Abordnungen aller 90 französisch-bilingualen Schulen in Deutschland sowie Vertreter von deren Partnerschulen in Frankreich und in Süd- beziehungsweise Osteuropa.“ Martina Mäsch-Donike ergänzt: „Macron möchte eine europäische Hochschule gründen. Ich glaube schon, dass er so ein Jugendtreffen spannend findet.“

In dem Brief, den Susanne Reykers und Antonio Blind Macron überreicht haben, haben sie die europäische Dimension des Jugendtreffens hervorgehoben. Grundsätzlich waren die Mädchen von ihrer Begegnung mit dem smarten Staatschef begeistert. „Als er mich gefragt hat, wie es mir geht“, sagt Susanne Reykers, „hatte ich das Gefühl, alle meine Französischkenntnisse plötzlich vergessen zu haben.

Zum Glück sind sie mir aber wieder eingefallen.“ Rund eine Minute habe das Treffen mit „Monsieur le Président“ gedauert. „Er hat unseren Brief genommen und versprochen, ihn noch am gleichen Abend zu lesen. Jetzt hoffen wir, dass er sich bald meldet.“ Um die Einladung an Steinmeier hat sich Schulleiter Schneider persönlich gekümmert. Die Zusage der Schirmherr folgte rasch. Und damit ist der deutsche Präsident in guter Gesellschaft, war doch beispielsweise Frankreichs Ex-Präsident François Mitterrand auch schon Schirmherr des Jugendtreffens.

Die Idee, die Veranstaltung in Düren stattfinden zu lassen, kam von Paul Palmen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug in Deutschland und Regierungsschuldirektor bei der Bezirksregierung Köln. Schneider: „Das Treffen, das vor mehr als 30 Jahren in Deutschland ins Leben gerufen wurde, hat neun Jahre nicht stattgefunden, weil seine Vorbereitung und Durchführung natürlich sehr viel Organisation braucht.“

Er habe trotzdem sofort zugesagt, als er gebeten wurde, das Jugendtreffen an seiner Schule zu veranstalten. „Diese Form von Begegnung ist sehr wichtig. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen, häufig europakritischen Stimmung.“ Ob es zu einem Treffen des deutschen und französischen Präsidenten kommt, bleibt abzuwarten. „Wir können nur hoffen“, sagt Schneider. „Aber ich glaube, wenn die weltpolitische Lage dann ruhig ist, dürfen wir die begründete Hoffnung haben, dass zumindest einer der beiden Düren besucht.“

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