Inden: Zwei machen die Ahnenforschung leichter

Inden : Zwei machen die Ahnenforschung leichter

Als der Indener Bürgermeister Jörn Langefeld Mitte Juli den Satz sprach „Herr Becker kann gerne sofort loslegen“, hat besagter Herr Becker nicht lange gezögert und genau das getan: losgelegt. Zehn Monate später präsentiert Ralph Becker zwei Bücher, die er gemeinsam mit Bert Rosarius erstellt hat: das Geburtsregister Pier von 1800 bis 1906.

Heiratsregister

Becker und Rosarius sind als Ahnenforscher bekannt, haben schon zahlreiche Bücher erstellt, zuletzt das Heiratsregister von Echtz. Nur der Heimatort der beiden Luchemer war noch ein weißer Fleck auf ihrer Ahnenkarte. Und statt sich nur um Luchem zu kümmern, haben sie sich gleich der kompletten Bürgermeisterei Pier angenommen, mit allen elf Orten von Bonsdorf bis Viehöven. 9500 Urkunden haben sie abgeschrieben und übersetzt, mehr als 65.000 Einträge verarbeitet — eine Mammutaufgabe, an denen beide in den vergangenen Monaten nahezu täglich gesessen haben.

Bemerkenswert an dieser enormen Arbeit ist aber etwas anderes: es ist die Grundvoraussetzung dafür, dass die Daten künftig digital abgerufen werden können. Denn gleichzeitig wurden 25.000 Urkunden fotografiert. Reiner Sauer, der die Urkunden digitalisiert hat: „Wenn wir fertig sind, kann man jede einzelne Person mit der entsprechenden Urkunde verknüpfen. Und das von zuhause aus, wenn das Standesamt es zulässt.“

Für Menschen, die ihre eigene Familiengeschichte erforschen wollen, bedeutet das, dass sie innerhalb von Minuten ihren Familienstammbaum ergänzen können, während sie vorher mühsam in Archive eintauchen und dort die entsprechenden Register wälzen mussten. Schon in der Vergangenheit hat Becker die Erfahrung gemacht, dass so der bisher erforschte Stammbaum spielend um zwei bis drei Generationen erweitert werden konnte.

Die Zahl der fotografierten Urkunden ist mit 25.000 so groß, weil die Heiraten und Sterbefälle gleich mit erfasst wurden. Hier stehen noch die entsprechenden Register aus, die eine Zuordnung der Urkunde zu einzelnen Namen ermöglichen.

Aber nicht nur für Familienforscher ist die enorme Arbeit hilfreich, sie hat auch für das Standesamt selbst einen Nutzen — sollten die Bücher mal verloren gehen oder zerstört werden, könnten sie komplett wieder hergestellt werden. Bürgermeister Jörn Langefeld zeigte sich von der geleisteten Arbeit der Ahnenforscher beeindruckt und bedankte sich, dass nun auch das Standesamt die Daten digital abrufen kann. Wer Interesse an dem Buch hat, kann sich bei Ralph Becker melden.

(bugi)