Heimbach: Zur Rettung des Rursees eilt sogar eine Schamanin herbei

Heimbach: Zur Rettung des Rursees eilt sogar eine Schamanin herbei

Eine neue Studie ist Wasser auf die Mühlen der Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Rursee“. Das Fraunhofer-Institut in Freiburg ist angeblich zu der Erkenntnis gelangt, dass es nicht nötig ist, in Deutschland neue Pumpspeicherkraftwerke zu bauen. Auf Nachfrage der „DN“ bei Trianel wurde mitgeteilt: Die Studie gehe unzulässigerweise von Extremwerten aus und die Ergebnisse der Freiburger müssten anders interpretiert werden.

Unterdessen verzeichnet die Homepage der BI genau 2300 Anhänger. Auf www.rettetdenrursee.de wird über Alternativen zu Pumpspeicherkraftwerken informiert und gegenüber Trianel der Vorwurf erhoben, das Unternehmen argumentiere mit Zahlen, die längst überholt seien.

Studien zur Energiewende gibt es beinah so viele wie Sand am Meer. Die Studie des Fraunhofer Institutes (Titel: 100 Erneuerbare Energien für Strom und Wärme) kann man einsehen unter www.ise.fraunhofer.de/veroeffentlichungen.

Während sich die Wissenschaft und die Bürgerinitiative vollkommen rational mit der Energiewende und dem Rursee befassen, gibt es auch andere Herangehensweisen. So zum Beispiel am vergangenen Wochenende, als es eine Art Gebet am Rursee, oberhalb der Anlegestelle der Rurseeschifffahrt, gab. Eine Personengruppe aus Heimbach und Umgebung hatte die Idee, den Rursee zu segnen.

Künstler und Heiler hatten auf sich aufmerksam gemacht und eingeladen. Tatsächlich versammelten sich am Samstagnachmittag über 40 Menschen am Treffpunkt, Männer und Frauen jeden Alters. Sie möchten, dass der Rursee so bleibt, wie er ist. Deswegen wollten sie den Geist des Ortes, den Genius Loki, stärken.

Die Initiative ging von Miriam Adams aus, das Ehepaar Laurenz und Marianne Bresgen hatte eingeladen. Die Schamanin Meiken Rongen aus Eschweiler, die auch Anästhesistin ist, erklärte: „Normalerweise mache ich solche Rituale alleine, aber ich wurde darum gebeten, es heute öffentlich zu machen. Es geht darum, dass wir unser Herz öffnen für die Erde, dass wir mit Sanftheit kämpfen.“

Die selbsternannte Schamanin legte ein indianisches Medizinrad auf den Boden, Symbole für das Leben wurden in vier Himmelsrichtungen aufgestellt. Mit einem Kind an der Hand schritt sie im Kreis und stellte Lichter auf, wobei sie die „Kräfte“ einlud. Von der Kraft der Sonne und des Windes, der Kraft der Tiere und der Ahnen, der Sterne, vom Spirit aller Pflanzen und von der großen Erdenmutter war die Rede. Frauen und Männer um sie herum betätigten Rasseln, es wurde gesungen „der Fluss möge fließen“, es wurde getrommelt, und Marianne Bresgen spielte das Digeridoo zu Ehren der vier Elemente.

Zum Schluss versammelten sich alle um die kleine Feuerstelle, manche hatten Essen und Getränke mitgebracht. Insgesamt war es ein für Außenstehende geheimnisvolles, aber in gewisser Weise auch beeindruckendes Ritual.

(mv/ale)
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