Karnevals-Kids: Zumba, Samba und Seilspringen

Karnevals-Kids : Zumba, Samba und Seilspringen

Wenn Bärbel Hoffmann und Stefanie Wiemken die vergangenen zehn Jahre Revue passieren lassen, müssen sie immer wieder schmunzeln. Die beiden Mütter aus Abenden erinnern sich gerne an die ereignisreiche Zeit, in der sie gemeinsam mit den „Karnevals-Kids“ viel erlebt haben.

Was als kleine Musik- und Tanztheatergruppe begann, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem ganzjährigen Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche. Jetzt heißt es Abschied nehmen.

Vor einem Jahrzehnt, im Frühjahr 2009, trafen Sie sich Bärbel Hoffmann und Stefanie Wiemken im ihrem kleinen Heimatdorf Abenden, um zu überlegen, was man mit den Kindern im Ort an Karneval machen könnte. „Zu dieser Zeit war für die Kleinen bei uns im Ort wenig bis gar nichts los“, erinnern sich die beiden. Mit sieben Kindern im Grundschulalter wurde ein kleines „Musik- und Tanztheater“ gegründet.

Schnell sprach sich das Angebot, bei dem Tanz, Artistik und Sketche auf dem Programm standen, herum. Es kamen nach und nach neue Mitstreiter hinzu, die rund um Nideggen auf verschiedenen Kindersitzungen auftraten. „Schließlich kam die Idee auf, auch im Sommer etwas mit den Kids zu unternehmen“, erzählt Bärbel Hoffmann, die als Beamtin arbeitet. Ein jährlicher Workshop, der daraufhin ins Leben gerufen wurde, stieß auf großes Interesse: Im sportlichen Teil wurden verschiedene Aktivitäten wie Inliner fahren, Akrobatik und Seilspringen angeboten. Die künstlerisch Interessierten tobten sich im kreativen Teil beim Basteln, Nähen und Zeichnen aus. In Eigenregie organisiert, hatten Hoffmann und Wiemken nun alle Hände voll zu tun. „Zu Beginn haben wir alles allein gestemmt, mit Hilfe einiger engagierter Eltern.“

Von da an entwickelte sich das Projekt stetig weiter – von Zumba in der örtlichen Festhalle über Laubsägearbeiten unter freiem Himmeln bis hin zu Erste-Hilfe-Kursen mit dem Deutschen Roten Kreuz. Unterstützung erhielt die Gruppe stets von der Dorfgemeinschaft Abenden, die zum Beispiel für viele Aktionen die Festhalle kostengünstig zur Verfügung stellte.

„Es gibt nichts, was wir nicht ausprobiert haben“, sagt Hoffmann rückblickend. Für einige Projekte holte man sich Hilfe von Externen, wie zum Beispiel für einen Gesangskurs, der von einer Lehrerin aus Köln geleitet wurde. Auch ein Spielezirkus war zu Gast, der den Kindern und Jugendlichen, die mittlerweile auch aus den umliegenden Orten Brück, Rath und Blens hinzugestoßen waren, das Jonglieren und Feuerspucken näherbrachte. Finanziert wurden diese und weitere Angebote, die nicht auf eigene Faust durchgeführt wurden, überwiegend aus Spendengeldern der Krippenfreunde Abenden.

Besondere Highlights waren der Bau eines Bienenhotels im Jahr 2015 oder auch ein Graffiti-Projekt, in dessen Rahmen eine Wand des Abendener Freibads verschönert wurde. Auch der veraltete Spielplatz im Dorf wurde von den Karnevals-Kids mit Farbeimern und Pinseln aufgehübscht. Ein Sportabzeichen machte die Gruppe regelmäßig zusammen mit ihren Eltern. „Das ist mir besonders in Erinnerung geblieben“, erzählt Stefanie Wiemken, die als Industriekauffrau tätig ist. „Es hat mich gefreut, Jung und Alt gemeinsam zu begleiten und zu sportlichen Leistungen anzufeuern.“ Bärbel Hoffmann ergänzt: „Egal was wir gemacht haben, die Kinder waren immer mit voller Motivation dabei.“

Für ihre große Einsatzbereitschaft und das vielseitige Freizeitangebot wurden die beiden Mütter und die Karnevals-Kids 2015 mit dem Ehrenamtspreis des Kreises Düren sowie drei Jahre später mit dem Eifel-Award ausgezeichnet.

Jetzt, zehn Jahre nach der Gründung der Gruppe, ist vorerst Schluss. Einzig die Zumba-Kurse für Kinder ab 12, Jugendliche und Erwachsene finden weiterhin statt. „Unsere eigenen Kinder, die auch immer mit dabei waren, sind mittlerweile schon groß. Es hat super viel Spaß gemacht, aber wir möchten auch noch etwas anderes in unserem Leben machen“, fassen Hoffmann und Wiemken ihre Entscheidung zusammen. Auf die Frage, wie sie das Ganze neben Job und eigenen Kindern bewerkstelligen konnten, antworten sie: „Einfach machen. So viele Leute beklagen sich, es würde nichts mehr für Kinder angeboten. Wenn man wirklich will, kann man so einiges selbst auf die Beine stellen.“

(nie)