Düren: Zum Tag des Wassers: Es ist ihr absolutes Lebenselixier

Düren: Zum Tag des Wassers: Es ist ihr absolutes Lebenselixier

Ohne Wasser geht es nicht. Diesen Satz würden Dr. Werner Rixen, Sigrid Trillof, Stephan Decker sowie Hans-Peter und Petra Pelzer vermutlich sofort und uneingeschränkt unterschreiben. Sie alle haben tagtäglich mit dem kühlen Nass zu tun — beruflich oder bei ihrem Hobby. Anlässlich des „Tages des Wassers“ stellen die „DN“ die fünf und ihre ganz besondere Beziehung zum Wasser vor.

Dr. Werner Rixen (71) war lange Jahre Prokurist bei der Firma Kanzan in der Nippesstraße in Düren, noch heute steht er mit seiner Erfahrung den gut 300 Mitarbeitern des Werks zur Seite. Mehr 60 000 Tonnen Spezialpapiere, zum Beispiel solche für Kontoauszugdrucker, Parkscheinautomaten oder Eintrittskarten, werden hier jedes Jahr hergestellt. Und das geht nur mit 1,6 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr.

Sandra Kinkel

„Im Jahr 1710“, so Rixen, „hat hier an dieser Stelle die erste Dürener Papiermühle gestanden. Nämlich die von Rüttger von Scheven.“ Das weiche Wasser der Rur, so der Diplom-Ingenieur weiter, sei vor 300 Jahren ein riesengroßer Standortfaktor für die Papierindustrie gewesen. „Heute könnte man dem Wasser etwas zuführen, damit es weich wird. Aber das ging damals nicht.“ Von den 1,6 Millionen Kubikmetern Wasser, die bei Kanzan für die Herstellung von Papier gebraucht werden, fließen rund eine Million Kubikmeter direkt in die Produktion. Der Rest wird als Kühlwasser verwendet.

Ohne Wasser geht es nicht. Dr. Werner Rixen und Andrea Hürfeld (oben links) ist in der Papierindustrie tätig, Sigird Trillof (oben rechts) arbeitet seit 21 Jahren als Schwimmmeisterin in Düren. Stephan Decker (unten links) produziert den Dürener Kräuterlikör „Lotterbov“ — und braucht dafür auch jede Menge Wasser. Petra und Hans-Peter Pelzer interessieren sich mehr für Wasserinhalte, sie angeln im Dürener Badesee. Foto: Sandra Kinkel

Schwankender Wasserpegel

Ohne Wasser geht es nicht. Dr. Werner Rixen und Andrea Hürfeld (oben links) ist in der Papierindustrie tätig, Sigird Trillof (oben rechts) arbeitet seit 21 Jahren als Schwimmmeisterin in Düren. Stephan Decker (unten links) produziert den Dürener Kräuterlikör „Lotterbov“ — und braucht dafür auch jede Menge Wasser. Petra und Hans-Peter Pelzer interessieren sich mehr für Wasserinhalte, sie angeln im Dürener Badesee. Foto: Sandra Kinkel

Dr. Werner Rixen: „Bei der Papierproduktion geht es mit 99 Prozent Wasser und einem Prozent Zellstofffasern los. Im Laufe des Prozesses nimmt der Anteil des Wassers immer weiter ab und der der Fasern immer weiter zu.“ Die Rur sei ein Fluss mit stark schwankendem Pegel. „Schwierigkeiten wegen Niedrigwasser haben wir aber noch nicht gehabt. Dafür gibt es ja die Talsperren.“

Auch Stephan Deckers Profession ist ohne Wasser nicht denkbar. Der 45-Jährige aus Arnoldsweiler ist von Beruf Brennermeister und leitet nun in der fünften Generation den Familienbetrieb, der den Dürener Kräuterlikör „Lotterbov“ herstellt. „Früher“, erzählt Stephan Decker, „haben wir noch selbst Rohalkohol hergestellt.

Dazu haben wir jeden Tag 8000 Liter Wasser aus unserer eigenen Brunnenanlage gebraucht.“ Weizen wurde mit dem Wasser vermengt und mit Hefe angereichert. Die hat für die alkoholische Gärung gesorgt. Nach dem Wegfall des Brandweinmonopols wird der Alkohol für den „Lotterbov“ zwar fertig gekauft. Wasser braucht Stephan Decker für die Produktion des Likörs aber immer noch. Decker: „Das Rezept stammt noch von meinem Vater. Für unseren Likör wird Wasser mit Zucker, Alkohol und natürlich 23 verschiedenen Kräuteressenzen vermischt. Und die sorgen für den einzigartigen Geschmack.“

Aale aus dem Badesee

Petra und Hans-Peter Pelzer interessieren sich mehr für das, was im Wasser schwimmt. Genauer gesagt, für das, was im Dürener Badesee paddelt. Die Geschwister sind Vorsitzende der „Angel-Interessen-Gemeinschaft Badesee Düren“. 360 Mitglieder hat dieser Verein und die angeln aus dem Badesee Karpfen, Brassen, Rotaugen, Schleien, Hechte, Zander, Barsche und Aale. „Am Badesee wird eigentlich das ganze Jahr über geangelt. PH-Wert, Sauerstoffgehalt und Nitratwert des Wassers stimmen. Die Wasserqualität ist gut.“ So gut, dass ein Angler sogar einmal einen riesigen Fisch am Haken hatte — nämlich einen 1,34 Meter langen Hecht. Die Durchschnittsgröße dieser Fische liegt übrigens bei 50 Zentimetern.

Eine gute Wasserqualität ist auch für Sigrid Trillof entscheidend. Seit 21 Jahren arbeitet sie als Schwimmmeisterin in Düren, zuerst im City-Bad an der Bismarckstraße und seit 1997 im Jesuitenhof. „Unser Wasser“, sagt Sigrid Trillof, „muss Trinkwasserqualität haben. Weil es ja immer wieder vorkommt, dass unsere Badegäste mal einen bisschen Wasser schlucken.“ Und so gehört es auch zu Sigrid Trillofs Aufgaben, die Qualität von rund 1400 Kubikmetern Wasser immer im Blick zu haben. Trillof: „Wir richten und ganz streng nach der DIN 19643. Und die besagt zum Beispeil auch, dass in einem Liter Wasser nicht mehr als 0,6 Milligramm Chlor sein dürfen.“ Chlor sorge für die notwendige Desinfizierung des Wassers. „Die brauchen wir aber nicht, weil das Wasser schmutzig ist, sondern weil unsere Badegäste manchmal Keime und Bakterien mitbringen.“

Kompletter Wasseraustausch

In der Regel wird das Wasser im Jesuitenhof einmal im Jahr komplett ausgetauscht. „Ansonsten“, so Trillof, „haben wir aber drei große Filteranlagen, in denen das Wasser regelmäßig gereinigt wird.“