Düren: „Zu wenig Sitzplätze und Toiletten in der Stadt”

Düren: „Zu wenig Sitzplätze und Toiletten in der Stadt”

Was vermissen Senioren in Düren? Wie stellen sich alte Menschen ihren idealen Wohnort vor? Mehr als 2000 Bögen mit diesen und ähnlichen Fragen hatte der Seniorenrat unter den Senioren in der Stadt verteilt. Die Antworten stellte das Gremium am Mittwoch im Rathaus vor.

Rund 700 Senioren hatten den Fragebogen letztendlich zurück geschickt. Dennoch könne man aus den Antworten durchaus ablesen, wo Senioren in Düren „der Schuh drückt”, so Karl-Heinz Pakulat, Vorsitzender des Gremiums.

Kritik, Anregungen und Verbesserungsvorschläge kamen reichlich zusammen. Pakulat listete auf: Die Senioren beklagen, dass es zu wenig kostenlose Sitzgelegenheiten in der Stadt gibt. Gleiches gelte für Toiletten. Die Grünphasen bei den Fußgängerampeln seien oft zu kurz, Busse hielten oft viel zu weit vom Bürgersteig weg.

Überhaupt ist die Anbindung der Stadtteile durch den Öffentlichen Personennahverkehr ein Thema bei den Senioren. Umfrageteilnehmer aus Mariaweiler, Echtz oder Birgel beklagten, dass sie abends oder an Wochenenden nicht mehr mit dem Bus in die Stadt fahren könnten.

Seniorenratsmitglied Peter Vogt: „Birgel ist der Stadtteil mit dem höchsten Anteil an Senioren (32 Prozent). Doch wer von hier aus irgendwo hin fahren möchte, ist aufgeschmissen.”

In Derichsweiler fehlt alles

Da die Fragebögen nach Stadtteilen ausgewertet wurden, ergibt sich durchaus ein unterschiedliches Bild je Quartier. Der Bedarf an seniorengerechten Wohnungen ist in der City am größten. In Gürzenich ist fast alles da, was sich Senioren so wünschen.

In Derichsweiler hingegen fehlt fast alles, von Einkaufsmöglichkeiten bis zur medizinischen Versorgung.

Die Ergebnisse der Studie seien den Amtsleitern im Haus bereits zugeleitet worden, versprach Bürgermeister Paul Larue, dass die Bedürfnisse der Senioren auch Gehör finden. Larue: „Wir müssen die beiden Hauptprobleme der Senioren, Nahversorgung und Anbindung des öffentlichen Nahverkehrs angehen.”

Dass Verbesserungen auch mit geringem Aufwand möglich sind, erläuterte Seniorenratsmitglied Jürgen Meier an einem Beispiel. Er verwies auf die Nachbarstadt Würselen, die unlängst die Aktion „Nette Toilette” ins Leben gerufen habe.

Geschäftsleute und Kneipenbesitzer wiesen mit dem gleichnamigen Aufkleber auf ihrem Schaufenster darauf hin, dass sie älteren Menschen die Benutzung der Toilette in ihrem Laden gestatteten.