Düren: Zieht die Kita Villa Winzig in die Joachim-Grundschule?

Düren: Zieht die Kita Villa Winzig in die Joachim-Grundschule?

Die Kindertagesstätte „Villa Winzig“ in Norddüren muss womöglich in einen Trakt in die Grundschule St. Joachim umziehen, weil das Ende des 19. Jahrhunderts gebaute Haus an der Meckerstraße marode ist.

Wie der Gebäudemanager der Stadt Düren, Helmut Harperscheidt, Mittwochabend im Jugendhilfeausschuss (JHV) sagte, seien in der oberen Etage erheblicher Pilz- und Schimmelbefall festgestellt worden. Außerdem müsse möglicherweise das Dach erneuert, zumindest aber saniert werden. Die Kosten veranschlagte Harperscheidt auf 225.000 bis 300.000 Euro.

Ein Umzug in die Joachim-Grundschule in der Laute Dei-Straße (etwa ein Kilometer entfernt) sei aus räumlicher Sicht kein Problem, sagt Harperscheidt. Der dort zur Verfügung stehende Platz sei größer (40 Prozent) als in der Villa. Freilich müssten auch in der Schule 195.000 Euro investiert werden. Aus pädagogischer Sicht spreche ebenso nichts gegen einen Umzug, sagte Jugendamtsleiter Ansgar Kieven.

Eine Entscheidung fällt der Dürener Stadtrat. Der JHV hat sich für einen Umzug ausgesprochen. Bürgermeister Paul Larue plädierte auch für einen Umzug. Im JHV wirkte die SPD nicht an der Abstimmung mit. Jugendpolitiker Ulf Opländer sagte, seine Fraktion sei über den Zustand der Villa Winzig so nicht informiert gewesen und benötige deshalb Bedenkzeit.

In das Gebäude hat die Stadt 2013 bereits 120.000 Euro für den U 3-Ausbau investiert. Die Einrichtung bietet zwölf Plätze für Kinder unter drei Jahren, zudem 20 Plätze für Jungen und Mädchen von drei Jahren bis zum Beginn der Schulpflicht. Der Umbau bezog sich auf das Untergeschoss.

Es sei in dem unter Denkmalschutz stehenden Haus nicht erkennbar gewesen, dass das Obergeschoss samt Dach derart marode sind, sagte Harperscheidt. Der Fachmann wies darauf hin, dass im Falle eines Umzuges jährlich 150.000 Euro laufende Kosten (Unterhalt, Abschreibung) wegfielen. Diese Summe würde die Stadt sparen, so Harperscheidt.

Die zwischen 1874 bis 1878 erbaute Villa gehört dem Landschaftsverband Rheinland. Die Stadt führt es in Erbpacht, die noch bis 2026 läuft.

(inla)