Deutsch-Französischer Jugendkongress: Zeigen, wie europafreundlich die Region ist

Deutsch-Französischer Jugendkongress : Zeigen, wie europafreundlich die Region ist

Eine leichte Anspannung ist Dr. Arno Schneider, Schulleiter Burgau-Gymnasiums, schon anzumerken. Ziemlich genau in einer Woche, nämlich am 16. September, beginnt an Schneiders Schule der 8. Deutsch-Französische Jugendkongress – mit knapp 800 Teilnehmern aus Deutschland, Frankreich und Polen.

Das Treffen fand zum letzten Mal vor neun Jahren in Bochum statt, Schneider hat es in die Rurstadt geholt. „Ich bin sehr froh und auch ein bisschen stolz“, sagt der Schulleiter, „dass so viele Schulen und Jugendliche zugesagt haben. So groß war dieses Treffen erst einmal. Wir wollen mit dem Kongress einen Impuls für Europa und gegen Nationalismus setzen. Und wir wollen auch unsere Region als europafreundlich und weltoffen inszenieren.“

Die Jugendlichen sind zum großen Teil in Gastfamilien, aber auch in Hotels und Jugendherbergen untergebracht und beschäftigen sich eine Woche lang in unterschiedlichen Workshops mit sehr unterschiedlichen Themen. Da geht es unter anderem um die Mobilität in der Zuunft, Rechtsextremismus und Nachhaltigkeit. Es gibt aber auch Arbeitsgruppen mit dem Titel „Europa für mich“ und „Singen verbindet“, „I am Europe“ und „Der Aachener Dom“. „Besonders beliebt“, sagt Schneider und schmunzelt, „war der Graffiti-Workshop. Dafür gab es rund 170 Anmeldungen, die wir natürlich nicht alle berücksichtigen konnten.“

Auch einige Betriebe der Dürener Industrie, unter anderem GKD, CWS, Schoellershammer, Gissler & Pass, und Kanzan, beteiligen sich an dem Programm und bieten für die Teilnehmer Betriebsführungen an.

Bezug zu Frankreich

„Die polnischen Schulen, die teilnehmen“, erklärt Schneider, „haben alle einen Bezug zu Frankreich, zum Beispiel aufgrund ihrer französischen Partnerschulen. Für sie haben wir ein eigenes Kongressprogramm organisiert.“ Natürlich haben der Pädagoge und sein Team auch ein Freizeitprogramm mit Party, Stadtführungen und einem großen Sportfest auf die Beine gestellt. Schneider: „Die Organisation ist wirklich enorm. Unsere Auftaktveranstaltung ist im Haus der Stadt. Und da gilt es beispielsweise ganz banale Dinge wie die Verkehrssituation zu berücksichtigen, wenn plötzlich 800 Jugendliche durch Düren laufen.“

Schirmherren des Jugendkongresses sind die beiden Staatspräsidenten Emmanuel Macron und Frank-Walter Steinmeier. „Die beiden werden nicht kommen“, sagt Schneider, „haben aber sehr freundlich geschrieben.“ Genau wie der französische Bildungsminister Jean-Michel Blanquer hat genau wie seine nordrhein-westfälische Kollegin Yvonne Gebauer (FDP) eine Videobotschaft für die Schüler aufgenommen.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) lässt sich von ihrem Staatssekretär Thomas Rachel (CDU) in Düren vertreten. Schneider: „Wir haben natürlich viele prominente Leute eingeladen und auch schon viele, meistens sehr persönliche und nette Absagen bekommen. Alle haben aber noch nicht abgesagt.“ So ist es durchaus möglich, dass NRW-Ministerpäsident Armin Laschet zur großen Abschlussveranstaltung mit mehr als 2500 Teilnehmern in die Arena Kreis Düren kommt und auch Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten, sowie der französische Botschafter haben noch nicht abgesagt.

„Wir freuen uns sehr auf die sicherlich sehr spannende Woche“, bekräftigt Arno Schneider noch einmal und schickt gleich ein großes Dankeschön hinterher. „Unsere Schüler, die ja auch in die Organisation eingebunden sind, meine Kollegen, aber auch Politik und Wirtschaft im Kreis Düren unterstützen uns enorm. Auch wenn ich der festen Überzeugung war, solch eine riesige Veranstaltung nur einmal im Leben zu organisieren – in Düren würde ich es jederzeit wieder machen.“

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