Inden: Zehnjähriger am Steuer: Vater lässt kleinen Sohn fahren

Inden : Zehnjähriger am Steuer: Vater lässt kleinen Sohn fahren

Erneut hat die Polizei in der Region sich mit dem Fall eines minderjährigen Autofahrers befassen müssen. Erst vor gut vier Wochen hatte ein tödlicher Unfall bei Heinsberg für Aufsehen gesorgt, bei dem ein 45-jähriger Mann in einem Auto starb, das von seinem 15-jährigen Sohn gesteuert wurde. Beim jüngsten Fall am Montag in Inden saß ein noch einmal deutlich jüngeres Kind auf dem Fahrersitz.

Wie die Polizeibehörde im Kreis Düren am Dienstag mitteilte, bemerkte gegen 17.10 Uhr ein aufmerksamer Autofahrer aus Inden auf der Landesstraße 241 zwischen Frenz und Lamersdorf einen entgegenkommenden Wagen, der offenbar von einem Kind gefahren wurde.

Der Zeuge wendete und fuhr dem Wagen nach, bis dieser in Frenz anhielt. Er sah, dass Beifahrer und kindlicher Fahrer die Plätze tauschten, und sprach den Erwachsenen an. „Dieser, ein 33 Jahre alter Mann aus Mazedonien mit Wohnsitz in Nideggen, sah sein Fehlverhalten zunächst nicht ein“, heißt es im Polizeibericht.

Und weiter: „Erst die hinzugerufenen Polizeibeamten konnten ihm in einem verkehrserzieherischen Gespräch vermitteln, dass sein zehnjähriger Sohn im öffentlichen Verkehrsraum kein fahrerlaubnispflichtiges Fahrzeug führen darf.“

Der 33-Jährige zeigte sich einsichtig, eine entsprechende Strafanzeige wurde dennoch gefertigt.

Vor gut einem Monat hatte eine solche Fahrt eines Jugendlichen mit seinem Vater tödlich geendet. Am späten Nachmittag des 21. September war ein 15-Jähriger mit dem Audi seiner Eltern auf der Landesstraße 228 zwischen den Heinsberger Stadtteilen Dremmen und Randerath aus noch unbekannter Ursache von der Straße abgekommen und gegen einen Baum gefahren. Der 45-jährige Vater des Jungen, der auf dem Beifahrersitz gesessen hatte, war sofort tot, das Kind wurde lebensgefährlich verletzt. Die Hintergründe der Fahrt sind noch unklar.

Nur wenige Tage danach sorgte ein 16-Jähriger in Düren für einen Polizeieinsatz. Er hatte vorgegeben, einen Wagen kaufen zu wollen und dann bei der Probefahrt einen Auffahrunfall verursacht. Die Sache ging halbwegs glimpflich aus: Weder er noch sein gleichaltriger Beifahrer wurden verletzt, der Wagen war allerdings schwer beschädigt. Auf den jungen Mann kommt ein gesalzenes Strafverfahren zu.

(heck/pol)