Düren: Zahl der Flüchtlinge in Düren sinkt

Düren : Zahl der Flüchtlinge in Düren sinkt

Die Situation ist längst nicht mehr so angespannt wie noch vor zwei Jahren: Derzeit leben in Düren 391 Flüchtlinge, die sich noch im laufenden Asylverfahren befinden beziehungsweise bereits abgelehnt oder geduldet sind. Im April 2016 waren es 668.

245 dieser Asylbewerber sind Männer, 146 Frauen. Darüber hinaus gibt es in der Rurstadt 340 anerkannte Flüchtlinge und Spätaussiedler, die in städtischen Unterkünften untergebracht sind, weil sie derzeit keine Wohnung finden. 243 der in Düren lebenden Asylbewerber sind älter als 18 Jahre, 141 der erwachsenen Flüchtlinge leben in Übergangsheimen der Stadt. 63 Flüchtlinge sind zwischen 0 und sechs Jahre alt, 73 zwischen sieben und 15, zwölf zwischen 16 und 17 Jahren.

Michael Ramacher, Leiter des Sozialamtes der Stadt Düren. Foto: kin

Zum Vergleich: Im gesamten Kreis Düren (die konkreten Zahlen für die einzelnen Kommunen unseres Verbreitungsgebietes finden Sie in der Themenbox) leben 2483 Flüchtlinge. 1355 sind noch im laufenden Asylverfahren, 1128 nur geduldet. Die Duldung ist nach Definition des deutschen Aufenthaltsrechts eine „vorübergehende Aussetzung der Abschiebung“ — zum Beispiel weil es keine gültigen Papiere gibt oder die Betroffenen schwer erkrankt sind — von ausreisepflichtigen Ausländern. Sie stellt keinen Aufenthaltstitel dar und begründet daher auch keinen rechtmäßigen Aufenthalt. Geduldete Flüchtlinge sind ausreisepflichtig.

Die Stadt Düren setzt bei der Unterbringung der Flüchtlinge auf ein sogenanntes dezentrales Unterbringungsmanagement. Michael Ramacher, Leiter des städtischen Sozialamtes: „Die Stadt Düren unterhält Gemeinschaftsunterkünfte, zum Beispiel an der Ellener Straße in Arnoldsweiler, aber auch einzelne Wohnungen und Einfamilienhäuser als Übergangsheime. Wir sind davon überzeugt, dass bei einer dezentralen Unterbringung über das gesamte Stadtgebiet verteilt die Integration der Menschen einfacher ist.“

In den großen Gemeinschaftsunterkünften seien sowohl Hausmeister als auch Sicherheitskräfte eingesetzt. „Natürlich“, so Ramacher, „kommt es hin und wieder zu kleineren Streitereien. Die lassen sich kaum vermeiden. Ansonsten ist die Situation aber ziemlich entspannt.“ Vielleicht auch deshalb, weil Stadt und Sozialamt stark auf Integration setzen. „Mit dem Sozialdienst katholischer Frauen, dem Caritasverband, der Evangelischen Gemeinde und dem Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt haben wir im September 2016 mit dem Projekt zur sozialen Betreuung und Integration von Flüchtlingen ‚Ankommen in Düren‘ begonnen.“

Fünf Integrationsräume

Im Rahmen von „AiD“ wurde die Stadt Düren in fünf Integrationsräume unterteilt. In jedem dieser Gebiete ist ein Sozialarbeiter für die Betreuung von bis zu 200 Flüchtlingen zuständig. „Natürlich sind für Flüchtlinge zunächst ihre Sicherheit, Gesundheit, eine Wohnung und Ernährung wichtig“, sagt Michael Ramacher. „Um wirklich Teil unserer Gesellschaft zu werden und beispielsweise auch einen Arbeitsplatz zu finden, müssen die Flüchtlinge aber auch die Sprache lernen und sich mit der deutschen Kultur auseinandersetzen. Und genau hier setzt ‚Ankommen in Düren‘ an.“

In der Stadt Düren gilt die Maxime „Sprachkurse für alle“. Ramacher: „Menschen mit einer schlechten Bleibeperspektive haben normalerweise keinen Anspruch auf Sprachförderung. Wir denken, dass das falsch ist und bieten deswegen städtische Kurse gerade für diese Personen an.“ Seit September 2016 hat die Stadt Düren sechs Sprachkurse, genauer gesagt zwei Alphabetisierungskurse, zwei Basissprachkurse, einen Integrationskurs und einen Sprachkurs nur für Frauen mit einer Kinderbetreuung angeboten. Ramacher: Rund 100 Asylbewerber haben an diesen Kursen teilgenommen. Und wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Flüchtlinge über dieses Angebot sehr glücklich sind.“ Die Kurse, erklärt Ramacher weiter, würden alle in Kooperation mit der Volkshochschule stattfinden.

„Ankommen in Düren“ läuft Ende August aus — ist aber um zwei Jahre verlängert worden. „Wir sehen einfach, dass im Rahmen von ‚AiD‘, was neben ‚Ankommen in Düren‘ ja auch dem englischen ‚Aid‘, also ‚Hilfe‘ entspricht, Integration gut funktioniert.“ Ab September gibt es nur noch drei Integrationsräume. „Ein Sozialarbeiter wird dann für 100 Flüchtlinge zuständig sein, das heißt die Zahl halbiert sich, so dass eine noch bessere Betreuung möglich ist“, erklärt der Sozialamts-Chef. Nicht alle Flüchtlinge würden Hilfe in Anspruch nehmen, oft würden Familien betreut. „Deswegen sind wir mit dem Betreuungsschlüssel sehr zufrieden.“

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