Nideggen: Wollersheim: Kirche kündigt Kita-Vertrag

Nideggen: Wollersheim: Kirche kündigt Kita-Vertrag

Droht der Katholischen Kindertagesstätte Heilig Kreuz in Wollersheim das Aus? Stadt und Träger streiten sich jedenfalls derzeit heftig um die Frage, wie hoch ein städtischer Zuschuss sein muss oder kann.

Die Konsequenz: Das Erzbistum Köln, zu dem Wollersheim gehört, hat die Trägerschaft zur Mitte nächsten Jahres gekündigt.

65 Plätze für Kinder von zwei bis sechs Jahren bietet die Katholische Kirche in Wollersheim an. Für die neue U3-Betreuung hat man2010 extra Geld in die Hand genommen, um einen Anbau an das städtische Gebäude zu realisieren. Seit dem ist die Einrichtung auch ein Familienzentrum.

„Die Kirche hat viel Geld investiert, um die U3-Betreuung zu realisieren”, sagt der Wollersheimer Ortsvorsteher Hubert Müller. Der ist wenig erfreut über den Streit zwischen Stadt und Träger. Müller: „Die Stadt hat alle Verträge über freiwillige Leistungen gekündigt, um die Kosten zu reduzieren. Da war der Vertrag über die Trägerschaft auch dabei.”

Da stimme so nicht, sagt Nideggens Bürgermeisterin Margit Göckemeyer. „Wir haben lediglich die Vereinbarung über die Betriebskostenzuschüsse gekündigt. Das hat das Bistum Köln dann zum Anlass genommen, den Vertrag aufzukündigen.” Das bestätigt auch der Wollersheimer Kirchenvorstand Josef Krischer, der teilweise auch Verständnis für die finanziellen Nöte der Stadt hat.

Krischer: „Ich kann die Stadt verstehen, aber sie hat auch eine Verantwortung für ihre Einrichtungen”, so Krischer, der ähnliche wie Müller natürlich möchte, dass der Kindergarten in Trägerschaft der Kirche bleibt. Krischer: „Wir hoffen auf ein Entgegenkommen der Stadt.”

Dabei hat es ein entsprechendes Angebot bereits gegeben. Die Stadt hat dem Bistum eine schrittweise Reduzierung der Zuschüsse angeboten. Demnach würden die Zuschüsse im ersten Jahr um 50 Prozent reduziert, dann auf 30 Prozent gesenkt und dann drei Jahre lang auf zehn Prozent. Das Angebot hat das Bistum aber offenbar ausgeschlagen.

Bürgermeisterin Göckemeyer: „Die Träger bekommen jetzt schon 88 Prozent staatliche Mittel. Wir stellen zusätzlich das Gebäude zur Verfügung, der Träger muss keine Miete zahlen. Dann muss man auch erwarten können, dass ein Träger selbst Geld investiert. Wenn wir als Kommune sowieso alles bezahlen sollen, dann könnten wir auch selbst die Trägerschaft übernehmen.”

Da wäre der Kreis gefragt, der in die Diskussion auch bereits eingebunden ist. Landrat Wolfgang Spelthahn: „Wir werden die Sachlage mit dem Träger und der Stadt in Ruhe besprechen. Das Ziel der Stadt, die Situation bei den Kindergärten zu ordnen, ist richtig.”

Spelthahn weiter: „Alle Beteiligten werden sich ein Stück bewegen müssen. Es kann aber auch keine Einigung um jeden Preis geben.” Und: „Es wird aber keine Situation zu Lasten der Kinder geben. Idealerweise geht es in der bewährten Konstellation weiter.”