Düren: Wohin mit den Dürener Festen?

Düren: Wohin mit den Dürener Festen?

Gucken zur Fußballweltmeisterschaft 2014 die Dürener in die Röhre, weil das Public-Viewing ausfallen muss? Vermutlich nicht. Aber die Frage, ob die Rathaussanierung bis dahin abgeschlossen ist und der Kaiserplatz für die Veranstaltung dann wieder zur Verfügung steht, kann Dürens Platzmeister Achim Greif nicht beantworten.

Nach den Jazztagen und dem Public-Viewing zur EM in diesem Jahr muss der Platz zumindest in Teilen gesperrt werden. „Unser Problem ist, dass wir nicht genau wissen, wie weit sich die räumliche Inanspruchnahme auswirkt”, sagt Helmut Göddertz, Sprecher der Stadtverwaltung. „Das Problem sind die Großveranstaltungen mit Bühne”, so Göddertz weiter. Das trifft zuerst das Dürener Stadtfest im September.

Und bei den kleineren Veranstaltungen wie Weihnachtsmarkt oder Trödelmarkt? „Wir fassen generell alle Lösungen ins Auge”, sagt Helmut Göddertz. Beispiel Weihnachtsmarkt: Der könnte zum Beispiel verkleinert werden, man könnte die Buden entlang des Platzes und der Straße anders gruppieren - oder den Platz wechseln.

Da böte sich der Ahrweilerplatz an der Annakirche ebenso an, wie Beispielsweise ein Weihnachtsmarkt in der Kölnstraße. Das schafft aber neue Probleme: „Wenn man darüber nachdenkt, eine Veranstaltung zu verlegen, gibt es direkt Gegenwind von Anwohnern”, sagt Göddertz. So schon geschehen von Anwohnern am Ahrweilerplatz, die die Verwaltung mit Briefen bombardiert hat, als nur mehr oder weniger laut über eine Verlegung des Weihnachtsmarktes nachgedacht wurde.

Göddertz: „Wir müssen auf Anwohner Rücksicht nehmen, aber auch auf Geschäftsleute.” Man kann also nicht einfach die Weihnachtsmarktbuden in der Kölnstraße aufbauen, weil Geschäftsinhaber dann klagen, dass der Zugang zu ihren Geschäften verdeckt wird.

Die nahe liegende Lösung, Veranstaltungen einfach auf den Marktplatz zur verschieben, ist ebenfalls problematisch. Der ist vertraglich für den Wochenmarkt reserviert. Eine Bühne, die über mehrere Tage hinweg genutzt werden soll, wie zum Beispiel bei den Jazztagen, ist da dann schon gar nicht mehr unterzubringen.

Eine Alternative bleibt noch: Der neue Museumsvorplatz. „Der Platz ist dafür gedacht, strapaziert zu werden”, sagt der Baufachmann Heiner Wingels, Leiter des Tiefbauamtes. Zumal der Platz mit Wasser- und Elektroinstallationen ausgerüstet wurde. Dr. Renate Goldmann, Leiterin des Hoesch-Museums, hat eine Großveranstaltung auf ihrem Vorplatz schon fest eingeplant: die historische Annakirmes im kommenden Jahr.

„Die wird auf dem Vorplatz stattfinden und wir werden die Veranstaltung begleiten”, sagt Goldmann. „Wir wollen den Platz vermehrt nutzen, auch für Musikveranstaltungen. Da wären natürlich auch die Jazztage denkbar”, so die Museumschefin, die wie die Planer betont, dass „der Platz zur Belebung des Stadtbildes beitragen” soll. Erster Schritt könnte eine Außengastronomie des Museums-Cafés ab Frühjahr oder Sommer sein. Renate Goldmann: „Da hat es schon im vergangenen Jahr eine große Nachfrage gegeben.”

Das Problem Großveranstaltung Stadtfest im September will IG-City-Chef Reiner Guthausen übrigens ganz unkonventionell lösen: „Wir wollen mit den Beschickern des Wochenmarktes sprechen, ob nicht vielleicht zwei, drei Händler an eine andere Stelle ausweichen können, damit wir die Bühne auf dem Markt aufbauen und stehen lassen können.” Eine Lösung, die auch für die Jazztage denkbar wäre - sofern die Händler des Wochenmarktes mitspielen.