Düren: Wird es doch einen Radschnellweg zwischen Düren und Jülich geben?

Düren : Wird es doch einen Radschnellweg zwischen Düren und Jülich geben?

Vier Jahre lang hat der Plan eines Radschnellweges zwischen Düren und Jülich im Kreishaus in einer Schublade geschlummert. Vergeblich hatte sich der Kreis Düren 2013 um Fördermittel im Rahmen eines NRW-Wettbewerbs bemüht: Die Jury hatte sich seinerzeit für fünf andere Projekte in Metropolen entschieden, von denen man sich eine größere Entlastung für den Straßenverkehr erhoffte.

Jetzt liegen die Pläne wieder auf dem Tisch. Und Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) ist guten Mutes, dass der Radschnellweg diesmal auch gebaut werden kann. Denn bei seiner Radtour quer durchs Kreisgebiet im vergangenen Sommer hat Spelthahn festgestellt, dass entlang der Rurtalbahn ohnehin bereits ein weitgehend asphaltierter Weg vorhanden ist, um im Notfall jeden Punkt der Eisenbahnstrecke mit Rettungsfahrzeugen erreichen zu können.

Spelthahn ist überzeugt: Dieser Weg könne mit geringem Aufwand ausgebaut werden, so dass die Kosten des Radschnellweges deutlich unter den 2013 veranschlagten 11,5 Millionen Euro liegen würden. 2013 war von einem 4,50 Meter breiten Radweg mit zwei Fahrtrichtungen die Rede, damit Überholen ebenso möglich wäre wie Nebeneinanderfahren.

Dass den Radfahrern nicht an allen Straßenkreuzungen automatisch Vorfahrt eingeräumt werden kann, wie damals von der Jury kritisiert, ist für Spelthahn kein Ausschlusskriterium. „Aus meiner Sicht waren die Anforderungen des Wettbewerbs damals viel zu streng“, betont der Landrat und verweist auf „zwei, drei problematische Stellen“ auf einer steigungsarmen und weitgehend geradlinigen 18 Kilometer langen Strecke zwischen der Südseite des Dürener Bahnhofs und der Fachhochschule Jülich: „Wo wir den Radfahrern keine Vorfahrt einräumen können, setze ich auf Artikel 1 der Straßenverkehrsordnung: Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht“, betont Spelthahn.

Radschnellweg Düren-Jülich

Der Radschnellweg Düren-Jülich mit Anbindung an den Bahnradweg Aachen-Jülich soll vor allem Berufspendlern eine Alternative zum weitgehend touristisch genutzten Ruruferradweg bieten und sie zum Verzicht auf das Auto bewegen. 2013 war in einer Potenzialanalyse von täglich 1500 Radfahrern im Bereich Düren die Rede, von 900 im Raum Jülich und 500 in der Gemeinde Niederzier, die den Radschnellweg auf dem Weg zu ihren Arbeitsplätzen in den angrenzenden Gewerbegebieten „Im großen Tal“ und „Rurbenden“, zur FH und zum Forschungszentrum Jülich benutzen würden. Angesichts des anhaltenden Pedelec-Booms rechnet der Kreis mittlerweile sogar mit einem noch höheren Entlastungspotenzial für die Straßen.

Der Ausschuss für Kreis- und Regionalentwicklung hat sich bereits für die Wiederaufnahme der Planungen ausgesprochen, das noch erforderliche Votum des Kreisausschusses Ende Februar dürfte nur noch Formsache sein. „Wir werden dann umgehend ausloten, welche Förderprogramme von Land und Bund für uns infrage kommen“, erklärt Walter Weinberger, Leiter des Amtes für Kreisentwicklung und -straßen. Zuletzt erst hatte der Bund 2017 aus Anlass des 200. Geburtstages des Fahrrads ein neues, 25 Millionen Euro schweres Förderprogramm für den Bau von Radschnellwegen aufgelegt.

Spelthahn lässt aber auch durchblicken, dass er sich auch ohne üppige Förderung für eine Umsetzung aussprechen werde. Bis zu den Sommerferien soll die Planung der endgültigen Trasse mit Details wie der Querung der A4 abgeschlossen sein. Obwohl Investitionsmittel erst noch in den Kreishaushalt 2019 aufgenommen werden müssten, kann sich Spelthahn durchaus bereits einen Baubeginn in der zweiten Jahreshälfte 2018 vorstellen. Für ihn ist ein Radschnellweg ein wichtiger Baustein der Wachstumsinitiative Kreis Düren 2025.