Heimbach-Mariawald - Wird das Kloster Mariawald geschlossen?

Wird das Kloster Mariawald geschlossen?

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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Ungewisse Zukunft: Hat das Kloster Mariawald noch eine Chance oder wird es geschlossen? Foto: Archiv

Heimbach-Mariawald. Es sieht nicht gut aus: Seit dem Wochenende finden sich im Internet Meldungen über eine bevorstehende Schließung des Klosters Mariawald auf dem Höhenrücken des Kermeter oberhalb von Heimbach. Ganz aus der Luft gegriffen sind diese Gerüchte wohl nicht, wie Notar Wilhelm Scheuvens aus Gemünd bestätigt,

Als Vorsitzender des Fördervereins ist er ein absoluter Insider mit direktem Draht zur einzigen Trappisten-Abtei Deutschlands: „Leider ist da ein Körnchen Wahrheit dran.“ Allerdings sei das letzte Wort noch lange nicht gesprochen: „Derzeit laufen Bestrebungen, die Schließung des Klosters zu verhindern.“

Worin genau diese Bemühungen liegen – darüber wahrt der Jurist und Chef der rührigen Unterstützer wie ein Trappist strenges Stillschweigen.

So hält es auch Abt Josef Vollberg. Er steht allerdings seit Oktober 2016 unter einer Art von Dienstaufsicht durch den Abt des Klosters Koningshoeven in Tilburg, Bernardus Peeters. Obwohl er weiter den Titel „Abt“ führen darf, ist der Ordensmann tatsächlich als Prior seinem niederländischen Prior nachgeordnet.

Alter Messritus

Abt Josef hatte für Aufsehen gesorgt, als er 2008 mit dem Segen des damaligen Papstes Benedikt in der gotischen Kirche des Klosters die alte (tridentinische) Form des römischen Messritus‘ wieder eingeführt hatte – eine Veränderung, die sowohl bei den Ordensoberen als auch im Bistum Aachen auf Kritik stieß.

Abt Josef gilt als Mann des traditionellen Flügels innerhalb der katholischen Kirche. So steht er nicht nur für den überlieferten Ritus bei der Eucharistiefeier, sondern sorgte im Kloster und dessen Gotteshaus damit zusammenhängend für die Rückkehr zu Sitten und Gebräuchen aus der Zeit vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil zu Beginn der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts. So orientiert sich beispielsweise das Stundengebet der laut der offiziellen Ordensstatistik derzeit noch zwölf in Mariawald lebenden Mönche an alten lateinischen Texten des Zisterzienserordens, dessen Reformzweig die Trappisten sind.

Außerdem wurde in der Kirche wieder eine Bank für den knienden Empfang der heiligen Kommunion aufgestellt. Bekannt wurde die Abtei vor allem aber auch aufgrund ihrer Gaststätte und der dort gekochten Erbsensuppe, die auch als Konserve zahlreiche dankbare Abnehmer findet.

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