Düren: Wie kommt das Wasser in die Haushalte?

Düren: Wie kommt das Wasser in die Haushalte?

Es ist so einfach, so selbstverständlich, deshalb denkt man sich nicht groß was dabei. Wir drehen den Hahn auf und das Wasser läuft. Klares Wasser. Sauberes Wasser. Wo kommt das eigentlich her? Wie wird es aufbereitet? Und: Gibt es wirklich immer genug davon?

Fragen, die wir Winfried Zach gestellt haben. Der Mann ist Diplom-Ingenieur und Abteilungsleiter Wassergewinnung bei den Stadtwerken Düren. Um ihn zu treffen, fahren wir nach Obermaubach. Dort ist sein Arbeitsplatz, dort steht das Wasserwerk, von dem aus das Dürener Trinkwasser seinen Weg nimmt.

Das Wasser wird der Rur entnommen. Es ist eine eher unscheinbare Stelle, an der das geschieht. Aber es sind rund 5000 Liter, die jede Sekunde vom Fluss ins Werk laufen. Es ist gleich vor der Talsperre in Obermaubach.

Als Erstes, erzählt Winfried Zach, strömt das Wasser in eine so genannte Mikrosiebanlage, in der eine Vorreinigung, etwa von Algen, stattfindet. Danach geht es in die Ozonanlage, in der das Wasser von organischen Stoffen befreit wird. Darunter versteht man „von Menschen geschaffene Schadstoffe”, sagt Abteilungsleiter Zach. Beispielsweise Rückstände von Straßen, die in die Rur gelangen.

70 Prozent des Dürener Trinkwassers wird in Obermaubach entnommen. Der Rest kommt aus Brunnen, die etwa an der Dr.-Overhues-Allee in Düren oder in Ellen gelegen sind. Die Stadtwerke können zudem Wasser aus der Wehebachtalsperre entnehmen (bis zu 1,1 Milliarden Liter pro Jahr). Diese Talsperre ist auch ein Ersatz, falls es in Obermaubach Probleme geben sollte.

Eine durchschnittliche Familie verbraucht im Jahr zwischen 130.000 und 150.000 Liter Wasser. Zur weiteren Einordnung: Jeder Bürger kommt auf einen täglichen verbrauch von 130 Liter am Tag. Jeder Liter kostet 0,2 Cent. „Ein preiswertes Getränk”, sagt Stadtwerke-Pressesprecher Jürgen Schulz. Diplom-Ingenieur Zach nickt. „Unser Wasser kann man bedenkenlos trinken.”

Mit den ersten beiden geschilderten Stufen ist die Wasseraufbereitung freilich noch nicht beendet. Das kostbare Nass strömt in eine Flockungsanlage, in der auch mikroskopisch kleine Teilchen mit Hilfe einer Chemikalie (Eisendreichlorid) gebunden und letztlich eliminiert werden. Flocken, die sich bei diesem Prozess bilden, werden in einem weiteren Schritt per Druckfiltration entfernt.

Aber immer noch nicht genug: Danach durchfließt das Wasser eine Aktivkohleanlage, in der gelöste Stoffe entfernt werden, bevor eine abschließende Desinfektion mit Chlor und eine Behandlung mit UV-Strahlen dafür sorgen, dass das Wasser keimfrei ist.

Jetzt wird es durch eine Leitung bis zur Wasserbehälteranlage am Annakirmesplatz geführt. Dort können zehn Millionen Liter gebunkert werden. „Das reicht für einen halben Tag”, sagt Abteilungsleiter Zach.

Von dort aus wird das Wasser über Rohrleitungssysteme in die Haushalte gepumpt. Höher gelegene Dürener Stadtteile wie Kufferath oder Berzbuir werden vom Hochbehälter Hemgenberg bei Obermaubach versorgt. Dass das Wasser in Obermaubach ständig überprüft werde, um den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, verstehe sich von selbst, so Zach.