Düren: Wie Ausbildungspaten mit Rat und Tat helfen können

Düren: Wie Ausbildungspaten mit Rat und Tat helfen können

Die Einsicht wird bewusst langgezogen: „Joaah, damals habe ich das immer auf die leichte Schulter genommen, jetzt erkenne ich, dass nichts leicht ist.” Nach gut 25 erfolglosen Bewerbungen ist der 18-jährige Marcel Yachtmann auf dem Boden der Tatsachen angekommen: Heutzutage eine Ausbildungsstelle zu finden, das ist alles andere als einfach.

Zum Glück für den Hauptschüler aus Birkesdorf bekommt er bei seiner Stellensuche tatkräftige Unterstützung. Er hat einen Paten, einen Ausbildungspaten, der ihn auf dem Weg von der Schule in die Arbeitswelt begleitet. Die Ausbildungspaten sind ein Angebot des Freiwilligenzentrums Düren, das damit Schülern bei der Suche nach einem Lehrberuf helfen und sie im ersten Ausbildungsjahr unterstützen will.

Als Richard Köchling und die anderen Ehrenamtler des Freiwilligenzentrums sich und ihre Arbeit als Ausbildungspaten an der Hauptschule Birkesdorf vorgestellt haben, machte es bei Marcel Yachtmann „klick”.

„Mir ist direkt ein Licht aufgegangen, ich dachte mir, der könnte mir ja weiterhelfen”, sagt der schlaksige junge Mann rückblickend.

Richard Köchling war nämlich Bundeswehroffizier und die Bundeswehr, das ist einer der Berufswünsche von Marcel Yachtmann. „Er hat mir sehr gute Infos über die Bundeswehr gegeben”, sagt Yachtmann über seinen Ausbildungspaten, der ihm nun schon seit gut einem Jahr bei Bewerbungen und der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche unter die Arme greift.

Der Hauptschüler erhofft sich von der Hilfe natürlich eine Lehr- oder Ausbildungsstelle zu bekommen. „Er sorgt dabei auch dafür, dass ich am Ball bleibe”, berichtet der 18-Jährige. Manchmal sei er nämlich auch ein wenig faul gewesen, gesteht der Hauptschüler. Da sei es schon hilfreich gewesen, von seinem Ausbildungspaten hin und wieder ein wenig sanften Druck bekommen zu haben. Zumal dieser eben auch stets mit wichtigen Tipps verbunden sei.

Da könnten die Eltern nicht so gut helfen: „Meine Eltern sind schon was älter und kennen sich nicht mehr so gut aus.”

Anders als Ausbildungspate Richard Köchling, der habe ihm schon auf die Sprünge geholfen, so Marcel Yachtmann. So hat er ihn auch zum Wehrdienstberater begleitet. Marcel Yachtmann hat sich danach als Soldat auf Zeit beworben, er hat auch schon eine Benachrichtigung zum Einstellungstest bekommen.

Der 18-Jährige könnte sich aber auch gut vorstellen, weiter zur Schule zu gehen, er hat sich bei der Heinrich-Böll-Gesamtschule und der höheren Handelsschule beworben. Mit Aussicht auf Erfolg, wie er meint.

Hätte er das auch ohne seinen Paten geschafft? Eine langgezogene Einsicht folgt: „Joaah, er hat mir schon geholfen.”

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