Düren: Wie aus anderen Dimensionen

Düren : Wie aus anderen Dimensionen

Es war ein außergewöhnlicher Kammermusikabend auf Schloss Burgau, geprägt von unerwarteten Klängen, exzellenten Darbietungen, großartigen Solistinnen sowie einer hervorragenden kollektiven Leistung.

Das Ensemble „Apsara” gastierte im Rahmen der Burgauer Schlosskonzerte der Cappella Villa Duria auf der Hauptburg und präsentierte ein Programm, das auf die Schlossgemäuer zugeschnitten war. Musik und Ambiente waren eins, die Zuschauer im ausverkauften Saal feierten die Musiker mit begeistertem Applaus.

„Apsara” steht für ungewöhnliche Musik rund um die Blockflöte, einem Instrument, welches fast jeder kennt oder kennen zu glaubt.

Was für Töne ihm aber zu entlocken sind, zeigten Tomma Wessel und Ines Rasbach in beeindruckender Weise. Guy Penson begleitete die beiden Flötistinnen auf dem Cembalo. Er erwies sich als Meister seines Fachs und unterstrich seinen Ruf als viel gefragter Cembalist. Zurückhaltend, wenn gefordert, aber auch nachdrücklich, bot er Ines Rasbach und Tomma Wessel den Raum für ihr musikalisches Können und ihre atemberaubende Interpretation der verschiedenen Werke.

Bach und Blockflöte? Es hörte sich wunderbar an, mit manchmal dezenter, dann wieder fordernder Cembalo-Begleitung, was die Zuhörer von Beginn an mit sehr starkem Beifall honorierten. Im ersten Teil des Programms glänzte Ines Rasbach als Solistin, die seit Jahren dieses Instrument beherrscht, was die Liste der Preise, die sie schon errang, unterstreicht.

Ihrer Partnerin Tomma Wessel gehörte der Beginn des zweiten Teils mit der Suite in C-Dur für Tenorblockflöte von Jacques Hotteterre. Ein Satz der Komposition war dem „Sonnenkönig” Ludwig XIV. gewidmet, und es hätte keinen gewundert, wenn dieser zu diesen Klängen tänzelnd das Schloss betreten hätte. So sehr war man von dieser Darbietung Tomma Wessels, die schon auf einen sehr erfolgreichen Weg zurückblicken kann und heute als Dozentin für Neue Blockflötenmusik am Königlichen Konservatorium Brüssel sowie in Gent arbeitet, und der Umgebung gefangen.

Glänzend das Zusammenspiel beider Musikerinnen, entspannt und leidenschaftlich zugleich, mit deutlichem körperlichen Engagement. „La Bergamasca” von Marco Uccellini war sicherlich für das Publikum der Höhepunkt des Konzerts. An diesem Abend erhielt jedenfalls die Redewendung die „Flötentöne beibringen” eine andere Dimension.