Düren: Wettbüroinhaber tricksen die Stadt aus

Düren: Wettbüroinhaber tricksen die Stadt aus

In Düren bieten immer mehr Wettbüros ihre Dienste an. Eigentlich ist die Eröffnung eines solchen Ladens in Deutschland verboten.

Doch der Stadtverwaltung gelingt es nicht, die Niederlassung der Büros zu verhindern. Zuletzt wurden noch zwei im Zentrum, in der Weierstraße, aufgemacht.

Legale Wetten sind in Deutschland Staatsangelegenheit. Zuletzt wurde dies noch einmal vom Bundesverfassungsgericht bestätigt. „Die Eröffnung von Wettbüros ist grundsätzlich verboten”, bestätigt denn auch Helmut Göddertz, Sprecher der Stadt Düren. „Doch bei der Durchsetzung dieses Verbotes gibt es in der Praxis Probleme”, räumt Göddertz ein.

Der Verstoß gegen das Gesetz gelte als Ordnungswidrigkeit, so Göddertz. Das bedeutet: „Der Inhaber des Wettbüros bekommt von der Stadt einen Bußgeldbescheid zugestellt mit der Aufforderung, sein Geschäft binnen kürzester Zeit zu schließen. Während des eingeräumten Zeitraumes betreibe der Inhaber sein Wettbüro jedoch ungerührt weiter.

Dann werde das Geschäft einfach einem anderen Betreiber übertragen. Womit das ganze Spiel dann von vorne anfange. Bußgeldbescheid an den neuen Betreiber, weiterer Inhaberwechsel. Mit dem Ergebnis, dass das Büro ständig weiter geöffnet bleibe.

Göddertz: „Wir warten hier dringend auf eine neue Gesetzesregelung der EU, wonach nicht nur der Mieter, sondern auch der Hauseigentümer für den Gesetzesverstoß haften muss. Dann hören diese Spielchen auf!”

Gerade im Zentrum rund um die Annakirche mit der Nähe zu Schulen will die Stadt weder Wettbüros noch Spielhallen oder Sexshops dulden. Das geht aus dem neuen Vergnügungsstättenkonzept hervor, das am 8. Februar im Stadtentwicklungsausschuss beraten werden soll. Im Auge haben die Ratspolitiker zudem die Josef-Schregel-Straße. Die zentrumsnahe Straße weist derzeit die höchste Konzentration von Spielhallen und Wettbüros auf.

In Verbindung mit Ein-Euro-Shops und hohem Leerstand von Geschäften lasse sich ein dramatischer Niedergang der Straße beobachten, so die Vorlage zur Ausschusssitzung. Dem könne man nur entgegen wirken, wenn die Straße mit neuen Geschäften und einer durchgehenden Schaufensterfront attraktiver gestaltet werde. Wettbüros, Vergnügungsstätten und Sexshops sollen hier künftig verboten werden. In der Vorlage heißt es aber auch: „Für die vorhandenen Einrichtungen besteht Bestandsschutz.”

Für Spielhallen und Sexshops soll es künftig fest vorgegebene Standorte in Düren geben, wo sie weder Stadtbild noch Nachbarschaft stören. Derzeit sind in Düren bereits 13 Spielhallen mit 170 Geräten gemeldet.