Düren: Wenn Unrat zum Genuss wird

Düren: Wenn Unrat zum Genuss wird

Wenn es im Haus der Stadt richtig lebhaft zugeht, ist Kindertheater. Gewusel, Gerenne, kleine Streitereien, aufgeregte Mütter und Väter, die auf den letzten Drücker das Theater erreichen, während der Nachwuchs Theater macht, liebevolle erprobte Großeltern und verdutzte Kinder, wenn plötzlich im Saal das Licht ausgeht und Musik erklingt.

Und als sich dann der Vorhang hob und die die ersten grün-gelben Figuren auf der Bühne erschienen, waren alle in ihrem Element und wussten Bescheid: die Olchis waren los! Ein verrückt freches Kindermusical nahm seinen Lauf, zur Freude der Kinder, während so mancher Erwachsene wohl ein wenig irritiert auf das grell-bunte, manchmal etwas überlaute Spektakel blickte.

Müll als Delikatesse

Auf einer Müllhalde leben die Olchis und entpuppen sich als wahre Müllliebhaber, für die der Happen Müll zur Delikatesse wird. Unrat ist für sie ein Genuss, alte Autoreifen ein wahres Filetstück. Und Essen muss verdaut werden, so dass die Müll-Sonderlinge auf Teufel komm raus und zur riesigen Belustigung der Kinder die Winde entweichen lassen, wie es ihnen gerade passt. Da staunten die großen Theaterbesucher auch nicht weiter über den Slogan: „Fliegenschiss und Olchi-Furz — das Leben ist doch viel zu kurz.“

Der Bürgermeister der Stadt Schmuddelfing, der zwei Kiefernarten kennt, „den Unter- und Oberkiefer“, hat ein Müllproblem und erhofft von den Olchis, die er in die Stadt lockt, die Lösung. Er präsentiert sich als „Held der Müllrettung“, doch sein Pech: ein Olchi isst, wann er will und wo er will. Kurzum: Die Olchis „räumen“ mächtig auf, bis alles wieder in geordnete Bahnen gelenkt wird.

Das Spiel des Frankfurter Theaters auf Tour nach dem beliebten Kinderbuch „Die Olchis räumen auf“ von Erhard Dietl und der Musik von Walter Kiesbauer war für den Theaternachwuchs überwiegend ein Spaß, ein wenig lehrreich, öfters überdreht und für ältere Mithörer gewöhnungsbedürftig.

(han)
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