Düren: Wenn Hausmeister Manni zum Rentner-Influencer wird

Düren : Wenn Hausmeister Manni zum Rentner-Influencer wird

Jan und Manfred Savelsberg sind sich einig: Ihre Lust auf der Bühne zu stehen, alle Augen auf sich gerichtet zu haben und der Wunsch, immer das unangefochtene Zentrum der Aufmerksamkeit zu sein, kann nur eins bedeuten: Sie haben ADHS. Mit einem flotten Ständchen auf die Melodie von YMCA über diese eindeutige Diagnose eröffneten sie in der Kulturfabrik Becker&Funk in Düren ihrer Zwei-Mann-Show.

„Solo für zwei“ heißt die nun schon achte Auflage des Programms des Aachener Vater-Sohn-Gespanns, das mit aktuellen Themen aufräumt und von Politikern bis hin zu „Influencern“ jeden auf den Arm nimmt. Begleitet von Pianist Claus Thormählen stimmten die Kabarettisten zum Beispiel die Nationalhymne an oder warfen der AfD mit Hilfe von Nina Hagens Kulthit vor, den Farbfilm vergessen zu haben.

Auch die charmante Interaktion zwischen Jung und Alt nutzten sie zum allgemeinen Vergnügen. So erklärte Manfred, in seiner Rolle als Manni der Hausmeister, seinem Sohn, dass man einen Liebesbrief doch nicht per E-Mail verschicken könne. Der wiederum war sich daraufhin nicht mal sicher, ob er weiß, was ein Briefkasten ist, und beschloss schließlich zur Sicherheit, trotzdem eine E-Mail voraus zu schicken, damit der gute alte Brief bei der Ankunft nicht gleich im Altpapier landet. Aber wer glaubte, Manni der Hausmeister hätte keine Ahnung von elektronischen Medien, der irrte sich. Er erklärte stolz, dass er nun bei Instagram sei und jetzt der erste Influencer für Rentner werde: „Wartet ab, bis ich die extra großen Erwachsenenwindeln mit dem Duft von Chanel No. 5 bewerbe, die werden sich vor Anfragen kaum retten können.“

Jan gab dagegen einen ganz privaten Einblick in sein Leben. Mit nüchternem Humor las er aus seinem Tagesablauf vor — einmal die Realität und einmal das, was die Menschen so glaubten, was ein Künstler den ganzen Tag so mache. So viel sei verraten, letzterer enthielt deutlich mehr Schlaf, Alkohol und knappe Finanzen.

Das „Solo für zwei“ überzeugte mit harmonischem Zusammenspiel, einer guten Portion lokaler Insiderwitze und einer teils bissigen, teils zum Totlachen amüsanter Wanderung durch aktuelle Themen aus Politik und Gesellschaft. Generationsübergreifendes Kabarett von Vater und Sohn — auf jeden Fall gelungen.

(km)
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