Düren: Wenn das Jesuskind Besuch von seinen Großeltern bekommt ...

Düren: Wenn das Jesuskind Besuch von seinen Großeltern bekommt ...

Zehn Wochen lang sind Renate Schmidt, Leni Ficher und Helga Lehmann immer freitags morgens etwa anderthalb Stunden in der Annakirche beschäftigt - mit der Krippe. Jeden Freitag wird nämlich hier ein anderer Teil der Weihnachtsgeschichte dargestellt.

Diese Woche sieht man die „Botschaft des Engels an Josef”. „Dafür brauchen wir ja nur zwei Figuren”, sagt Renate Schmidt, die sich bereits seit acht Jahren ehrenamtlich in Sachen Krippenaufbau in der Annakirche engagiert. „Nämlich den Engel und Josef.”

Die Krippe der Annakirche stammt aus dem Jahr 1972, die Krippenfiguren haben Köpfe und Hände aus Holz, der Körper besteht aus einem Drahtgeflecht. „Der Aufbau”, erzählt Renate Schmidt, „ist schon ziemlich aufwendig. Und dazu brauchen wir auch Männer. die uns helfen.”

Als Untergestell dienen Tische und Holzplatten, auch die Gebäude sind aus massivem Holz. Bevor die Krippenfiguren aufgestellt werden, wird der komplette Boden mit Moos belegt, dann gibt es noch Brunnen und Feuerstellen.

Renate Schmidt: „Viele Leute wundern sich, dass bei uns nur so wenig Figuren in der Krippe sind, aber die wissen halt nicht, dass wir hier jede Woche einen anderen Teil der Weihnachtsgeschichte darstellen.” Und Helga Lehmann ergänzt: „Unsere sechste Szene ist zum Beispiel, dass die Großeltern das neugeborene Enkelkind besuchen. Da legen die Leute hier in der Annakirche sehr großen Wert drauf.”

Verständlich eigentlich, denn Jesus Großmutter war ja die Heilige Mutter Anna, die bis heute in Düren verehrt wird. Fast jeden Freitag werden die Krippenfiguren umgezogen, die Kleider sind fast alle selbst gemacht. Renate Schmidt schmunzelt: „Es ist ja logisch, dass Maria und Josef auf der Flucht nach Ägypten etwas anderes anhaben, als an dem Tag, als die Großeltern zum ersten Mal ihr Enkelkind besuchen kommen.” Klar, dass auch die Anordnung der Figuren sehr wichtig ist. Leni Ficher: „Die Krippenfiguren müssen gut zu sehen sein. Und am wichtigsten ist, dass sie gut angestrahlt und ausgeleuchtet sind.”

Für die drei Frauen, die übrigens seit drei Jahren bei ihrer Arbeit von Stephan Bayer unterstützt werden, ist die Arbeit mit der Krippe irgendwie ein Ausflug zurück in die Kindheit. „Da werden schon Erinnerungen wach”, sagt Helga Lehmann. „An früher, an die Eltern und an zu Hause. Und das finde ich irgendwie schon sehr schön.” Übrigens haben die ehrenamtlichen Krippenbauer auch alle zu Hause noch jede Menge Spaß daran, eine Krippe aufzubauen. „Und wie”, sagt Renate Schmidt. „Ich habe sogar mehrere aus aller Herren Länder.”

Die Krippe in der Annakirche bleibt vom ersten Advent bis zum Fest Mariä Lichtmess am 2. Februar stehen.

Dargestellt werden unter anderem die Herbergssuche, natürlich die Geburt Jesu und der Besuch der Heiligen Drei Könige an der Krippe. Aber auch die Flucht von Josef, Maria und Jesus nach Ägypten wird gezeigt.

Als Bernhard Gombert noch Pfarrer in St. Anna in Düren war, gab es eine Hirtenfigur, die aussah wie der beliebte Seelsorger. Nach seiner Pensionierung hat Bernhard Gombert „seine” Hirtenfigur als Erinnerung mit nach Hause genommen. Sie steht jetzt in seiner Wohnung.