Nideggen: „Wenkbüggel“: Gelogen und das Herz gebrochen

Nideggen: „Wenkbüggel“: Gelogen und das Herz gebrochen

Mit ihrem „Wenkbüggel“ zog eine Gruppe Nideggener am Donnerstag in fröhlichem Zug durch die Altstadt; die Wenkbüggel-Zunft freute sich über die Premiere.

Die Musik kam aus einem tragbaren Radiorekorder, und alle sangen mit. Als sich an Fenstern ein paar Zuschauer blicken ließen und herunterwinkten, brachte ihnen die lustige Gesellschaft gleich ein Ständchen: „Mir schenke der Ahl e paar Blömcher“. Vor dem Rathaus hatte sich eine Gruppe versammelt, die Damen und Herren der Verwaltung hatten offensichtlich bereits Feierabend gemacht, sich kostümiert und wollten feiern. Da sangen die frechen Zugteilnehmer: „Ne Besuch em Zoo … wenn de renküss, siehste de Kamele.“

Im „Ratskeller“ fanden die Jecken Aufnahme, der „Wenkbüggel“, eine originelle, mit Stroh ausgestopfte Puppe, bekam einen Ehrenplatz. Franz-Josef Brandenburg begrüßte die Schar: „Ich heiße euch herzlich willkommen zur Eröffnung des Straßenkarnevals in Nideggen. Unser ‚Wenkbüggel‘ soll ein Sinnbild sein für alle, die es zu Fastelovend toll treiben, da wird gelogen, betrogen und das Herz gebrochen! Am Dienstag wird dann zu Gericht gesessen und darüber entschieden, ob der Wenkbüggel weiter leben darf.“ Er lud alle für den Nachmittag ein zum „Salonkarneval“.

Da ging es ab 14.11 Uhr wieder gesellig zu im Ratskeller. Hier wurde der Raum geboten für Tanz und Musik; Matthias Büchel und Franz-Josef Brandenburg hielten originelle Vorträge, man amüsierte sich über ihren schlitzohrigen „Verzäll“. Es wurde daran erinnert, dass am Veilchendienstag mit dem ‚Wenkbüggel‘ die Session — wahrscheinlich auf drastische Weise — beendet wird. Dann formiert sich um 18 Uhr wieder ein Zug, der um den Marktplatz herumgeht, und der Wenkbüggel wird dran glauben müssen.

(ale)
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