Düren: Weltweiter Erste-Hilfe-Tag: DRK macht aufmerksam

Düren : Weltweiter Erste-Hilfe-Tag: DRK macht aufmerksam

Beim Thema Erste Hilfe besteht immer noch eine „riesige, riesige Unsicherheit“ in der Bevölkerung. Dieser Überzeugung ist Helmut Jöpen, beim DRK-Kreisverband Düren zuständig für die Ausbildung.

Er und seine Mitstreiter nutzen deshalb den heutigen Erste-Hilfe-Tag, der weltweit zu diesem Thema aufklären und möglichen Ersthelfern die Hemmungen nehmen soll.

Bei der Absicherung einer Unfallstelle sorgt der Dürener für bessere Sichtbarkeit, indem er Fahrertür und Kofferraumklappe öffnet. Foto: Jörg F. Müller/DRK

Konkret geht es in diesem Jahr um die Sicherheit im Straßenverkehr. Bis heute halte sich dazu hartnäckig ein Irrglaube: „Es gibt immer noch Ärzte, die davor warnen, dem Verletzten nach einem Unfall den Helm abzunehmen. Das ist schon seit 30 Jahren überholt“, sagt Jöpen mit aller Deutlichkeit.

Ganz im Gegenteil: Den Helm abzunehmen, sei das Beste, was man machen könne. Er führt weiter aus, dass den meisten sehr bewusst sei, was in einer solchen Situation als Erstes passieren müsse: die Überprüfung der Atmung und die stabile Seitenlage. „Beides ist mit Motorradhelm nicht möglich. Deshalb übt das Helmabnehmen in unseren Lehrgängen wirklich jeder. Das ist ein Muss, damit die Leute die Scheu verlieren.“

Darum geht es heute auch von 10 bis 18 Uhr im Dürener Stadt-Center. Mit acht haupt- und ehrenamtlichen Helfern ist der Kreisverband vor Ort, um das Helmabnehmen zu zeigen und mit Interessierten zu üben. Es wird auch um die Rettungsgasse, das richtige Sichern einer Unfallstelle, die Beatmung, Herzdruckmassage und den Defibrillator gehen.

Hemmschwellen in den Köpfen abzubauen, ist Helmut Jöpens erklärtes Ziel, da sich fast die Hälfte der Bevölkerung nicht zutraut, im Ernstfall zu helfen. Dabei sei diese Sorge völlig unbegründet. „Erste Hilfe ist einfach. Das ist mein erster Satz in jedem Lehrgang. Sie muss zwingend einfach sein, sonst würde es ja keiner machen.“ Jöpens jahrelange Erfahrung zeigt, dass viele vor der Ersten Hilfe zurückschrecken, aus Angst für Fehler bestraft zu werden. „Das geht gar nicht. Ein medizinischer Laie kann nicht dafür bestraft werden, aus bestem Wissen und Gewissen gehandelt zu haben.“ Er betont: „Schlimm ist nicht, wenn etwas falsch gemacht wird, sondern wenn nichts gemacht wird.“

Eine Ausbilderin erzählt

In die gleiche Kerbe schlägt — mit nicht minder starker Leidenschaft für das Thema — Ariane Hüser. „Einfach mal machen“, ermutigt die 29-jährige Dürenerin, die als Ausbilderin beim DRK ehrenamtlich aktiv ist. Die Erste Hilfe komme oft ohne jegliche Hilfsmittel aus, erklärt sie. „Mit dem eigenen Kopf und den Händen kommt man schon ganz weit.“ Diese Botschaft verbreitet sie deutschlandweit.

Ariane Hüser und ihr Mann Kalle standen dem DRK nämlich vor Kurzem als Fotomodelle zur Verfügung — für Bilder, die nun in der Mediathek des Verbandes von Medienvertretern heruntergeladen und veröffentlicht werden dürfen. „Es ist schön zu sehen, dass wir auch auf diese Weise helfen können“, freut sich Hüser über die Aufnahmen, die an zwei Tagen auf Burg Vogelsang entstanden sind. Nachgestellt haben die Hüsers dabei mehrere Unfallszenarien — mit Mountainbike, Motorrad und Auto — sowie das Anlegen eines Kopfverbandes.

Manche dieser gestellten Situationen hat das Dürener Ehepaar auch schon selbst erlebt — mehrmals kamen sie zufällig in den ersten Minuten nach einem Unfall am Ort des Geschehens an. Ariane Hüser war auch schon Ersteintreffende, als ein Autofahrer gegen einen Baum geprallt war.

Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr allerdings ein anderer Unfall, an dem sie und ihr Mann vorbeifuhren: Es hatte sich schon eine Traube an Menschen gebildet, aber niemand sah sich im Stande, zu helfen. An Hilfsbereitschaft habe es nicht gemangelt, die Leute hätten schlicht keine Idee gehabt, wie sie hätten helfen können. „Als wir mit unserem Erste-Hilfe-Kasten angerannt kamen, hat man die Erleichterung in den Gesichtern der Menschen richtig gesehen“, erzählt Hüser. Die Leute schienen gedacht zu haben: „Gott sei Dank, endlich kommt jemand, der weiß, was er tut.“ Deshalb ermutigt auch sie vehement: „Jeder kann das!“