Düren: Weltmeister im Kirschkern-Weitspucken

Düren: Weltmeister im Kirschkern-Weitspucken

Der Mann strahlt eine unglaubliche Ruhe aus. Wolfgang Schlepütz aus Nideggen, 52 und dreifacher Weltmeister im Kirschkern-Weitspucken, tritt an die Bahn. Der Kirschkern in seinem Mund ist wunderbar abgeknabbert. Schlepütz nimmt Anlauf, rollt die Zunge - und katapultiert den Kirchkern 17, 33 Meter auf die rote Kampfbahn am Hundesportplatz am Rurdammweg direkt hinter dem Annakirmesplatz.

Neue Bestweite, die an diesem Nachmittag auch nicht mehr getoppt werden sollte. Wolfgang Schlepütz ist 37. Weltmeister im Kirschkern-Weitspucken und damit auch Gewinner des Pokals der „Dürener Nachrichten”.

Auf Platz zwei schaffte es Thomas Steinhauer aus Brugg in der Schweiz mit 16.03 Meter, Platz drei ging an Mario Iven mit 15,88 Meter, der damit auch ein bisschen die Familienehre wieder herstellte. Marios Vater Hans-Peter Iven, sechsfacher Weltmeister, hatte sich nämlich nicht für die Endrunde qualifiziert. Der aktuelle Weltrekord der Männer mit 21,71 Meter kam am Samstag nie in Gefahr.

Bei Damen gewann Irene Holle aus Düren (11,63 Meter) vor Sabine Claßen (10.93 Meter) und Julia Knipprath (10,82 Meter, beide aus Gürzenich). Auch hier wurde die Weltrekordmarke von 15,24 Meter nicht ansatzweise angekratzt.

Die Junioren-Konkurrenz gewann Dennis Uhlemann aus Wuppertal (12,88 Meter) vor Denis Germer (12,24 Meter) und Max Cremer (10.72 Meter). Und auch hier waren wollen die kalten windigen Bedingungen, die den sportlichen Spuckern das Leben schwer gemacht haben, dafür verantwortlich dass die Rekordmarke nicht fallen konnte.

Wie immer ging es bei der WM mehr um Spaß als um sportlichen Ernst. Und so wurde viel geschmunzelt, als die kleine Mila, zweieinhalb und Enkelin von Rekord-Weltmeister Hans-Hans Peter Iven als jüngste Teilnehmerin an den Start ging. Mila hatte eine ganz eigene Technik, ging in die Hocke und ließ den Kirchkern einfach fallen - immerhin 26 Zentimeter ist die Bestweite der kleinen WM-Debütantin.

Für Thomas Steinhauer aus Brugg in der Schweiz war es da schon wichtiger zu gewinnen. Der EX-Weltmeister war sechs Stunden mit dem Auto nach Düren gefahren - nur, um an der Weltmeisterschaft teilzunehmen. „Ich will gewinnen”, sagte er vor seinem Wettkampf. Am Ende reichte es „nur” für Platz zwei. Und Wolfgang Schlepütz? Der konnte gar nicht sagen, wie oft er schon an der Weltmeisterschaft im Kirschkern-Weitspucken teilgenommen hat. „Seit 20 Jahren bin ich aber immer dabei”, lachte der Nideggener. Vorbereitet hat er sich auf seine WM-Teilnahme überhaupt nicht. „Das war heute mein erster Spuck in diesem Jahr. Man muss diesen Wettkampf einfach mit der nötigen Portion Spaß sehen. Dann klappt es auch.”

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