Niederzier: Wehrchef legt Amt nieder

Niederzier: Wehrchef legt Amt nieder

Nach 21 Jahren an der Spitze der Niederzierer Feuerwehr ist Gemeindebrandinspektor Herbert Cremer überraschend zurückgetreten. Dissonanzen innerhalb der Wehr haben den anerkannten Feuerwehrexperten zu diesem Entschluss bewogen.

Eigentlich hätte der 57-Jährige die Feuerwehr der Gemeinde noch bis zur gesetzlich vorgeschriebenen Altersgrenze von 60 Jahren weiter führen können.

Doch bereits jetzt zog Cremer einen Schlussstrich. „Irgendwann geht es nicht mehr”, begründete Cremer gegenüber den „Nachrichten” seinen Schritt. „Bevor am Ende noch junge, engagierte Leute die Wehr verlassen, trete ich lieber zurück.”

Hintergrund sind offenbar unterschiedliche Auffassungen über die Ausstattung der Feuerwehr. Von der Basis seien teure Neuanschaffungen gefordert worden.

Cremer: „Man muss sich bewusst machen, dass ein neues Feuerwehrfahrzeug schnell mal 320.000 Euro kosten kann.” Als Chef der Wehr habe er immer abwägen müssen: Was muss dringend beschafft werden, und was kann die Gemeinde überhaupt bezahlen.

Zweiter Grund seien unterschiedliche Auffassungen über die Dienstauffassung einiger Kollegen gewesen. Cremer: „Wir sind aber kein Verein, sondern eine Organisation, auf die sich der Bürger verlassen können muss.”

Bürgermeister Hermann Heuser bedauerte den Rücktritt. Gemeinsam mit dem Stellvertretenden Wehrleiter, Wolfgang Matthäus, und dem Kreisbrandmeister werde man nun nach einem neuen Chef für die rund 150 Wehrleute in Niederzier und die 55 Mitglieder der Jugendfeuerwehr suchen.

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