Vlatten: Wehr praktiziert gelebte Kameradschaft

Vlatten: Wehr praktiziert gelebte Kameradschaft

„Die Vlattener haben sich mit Bravour ins Zeug gelegt“, lobte Kreisbrandmeister Hans-Peter Herkenrath. In über 10.000 Arbeitsstunden errichtete die Löschgruppe mit Unterstützung der Dorfgemeinschaft ihr neues Feuerwehrgerätehaus in unmittelbarer Nähe der historischen Jugendhalle.

„Das ist gelebte Kameradschaft“, betonte Herkenrath, bevor der Musikverein den Song „We are the champions“ anstimmte.

Kreisbrandmeister Hans-Peter Herkenrath verlieh Hubertus Schmühl die Silberne Ehrennadel.

Ehrenamtliche Arbeiten in diesem Ausmaß habe es in der Stadt Heimbach bislang noch nicht gegeben, hob Bürgermeister Züll hervor: „Dieses Bauvorhaben wird in die Feuerwehrgeschichte der Stadt Heimbach eingehen.“ Und Stadtbrandmeister Hans-Georg Valder brachte es während seiner Rede mit einer schlichten Geste auf den Punkt: „Ich ziehe die Kappe vor dieser Leistung!“

Der Vlattener Löschgruppenführer Volker Salentin ließ die viereinhalbjährige Bauphase vom ersten Spatenstich bis hin zur feierlichen Einweihung Revue passieren. „Um Haaresbreite haben wir es bis heute geschafft“, fasste er die unermessliche Arbeit zusammen. „Samstag für Samstag hat man die Mauern wachsen sehen“, lobte er den Zusammenhalt innerhalb der 30 aktiven Feuerwehrleute, den acht Ehrenmitgliedern und den vielen Unterstützern im Dorf.

Vor dem ersten Spatenstich am 11. November 2009 wurden Materialkosten in Höhe von 360.000 Euro kalkuliert und von der Stadt Heimbach genehmigt. Durch ausdauernde Eigeninitiative und Sachspenden hat das nach neusten energetischen Standards fertig gestellte Feuerwehrgerätehaus mit seiner großen Fahrzeughalle, Werkstatt sowie Schulungs- und Gemeinschaftsräumen mittlerweile einen Neuwert von rund 670.000 Euro.

Bis zum Jahresende soll zudem ein neues Feuerwehrfahrzeug angeschafft werden, damit das jetzige Einsatzfahrzeug an die Hausener Wehr zurückgegeben werden kann. „Die Haushaltsmittel stehen zur Verfügung.“, versicherte der scheidende Bürgermeister Bert Züll. Nach dem Bau von getrennten Dusch- und Sanitäranlagen hofft die Vlattener Löschgruppe nun auch auf Verstärkung durch engagierte Mädchen und Frauen. Dieser Bau sei ebenfalls ein Wegweiser für die Jugendlichen im Ort, lautete die Botschaft an die Festgäste und die Abordnungen der befreundeten Feuerwehren.

Den Vlattener Festakt nutzte Kreisbrandmeister Herkenrath, um verdiente Kräfte mit der Silbernen Ehrennadel auszuzeichnen. Allen voran Hubertus Schmühl, der im Jahr 2000 zur Freiwilligen Feuerwehr kam: „Somit kein ‚Urgewächs’, doch als Leiter des Bauhofs stets direkter Draht zur Stadt.“ Für ihren Einsatz und bautechnisches Wissen wurden zudem Adolf Lehnen und Walter Salentin geehrt.

Bei der ökumenischen Einsegnung des Hauses hoben Pfarrer Christoph Ude und Christian Blumenthal einen Gedanken hervor: „Freiwilligkeit und Professionalität widersprechen sich nicht.“ Blumenthal, der seit Anfang des Jahres Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr ist, erschien zu dem Festakt in Feuerwehruniform: „Als Notfallseelsorger muss ich doch wissen, wie ein Feuerwehrschlauch aufgerollt wird“, begründete er sein doppeltes Engagement.