Düren: Wegen Drogenhandel angeklagter Dürener freigesprochen

Düren: Wegen Drogenhandel angeklagter Dürener freigesprochen

In großem Stil soll er mit Drogen gehandelt, Marihuana gleich plattenweise verkauft haben: ein 30-jähriger Dürener, der sich am Dienstag vor Gericht verantworten musste. Der Mann, Vater einer Tochter, „muss eine schwere Zeit durchgemacht haben”.

Das meinte jedenfalls sein Anwalt in Anspielung auf die Scheidung des Angeklagten.

In jenen Jahren, 2006 und 2007, als der Scheidungskrieg tobte, habe er zwar Marihuana geraucht und auch Amphetamine eingenommen, aber gehandelt habe er mit den Drogen nicht. „Ich wollte nie ein Gangster werden”, beteuerte der Angeklagte.

Und schon lange sei er komplett sauber, „Sie können mir jederzeit Blut abnehmen”. Der Zeuge, der bei der Polizei ausgepackt hatte, „hat sich mittlerweile den goldenen Schuss gegeben, der ist mausetot”, wie Richter Hans-Georg Wingen meinte.

So wurde verlesen, was der Verstorbene bei der Polizei gesagt hatte. Demnach soll der Angeklagte zehn bis 20 Käufer pro Tag bedient haben, er soll etwa ein Kilogramm Haschisch pro Woche verkauft haben. Die Drogen seien alle in der Wohnung aufbewahrt worden.

Der Polizei hatte der Zeuge ausführlich mehrfach von diversen schweren Waffen erzählt, die er „ganz bestimmt” in der Wohnung des 30-Jährigen gesehen haben will. Der mittlerweile Verstorbene hat der Polizei auch ausführlich geschildert, wie die Drogen in der Wohnung angeblich aufbewahrt wurden.

„Ein umfangreicher, schwungvoller Handel” müsse das gewesen sein, meinte nachdenklich der Richter. Da werde doch normalerweise die Polizei drauf aufmerksam. Auch bemerkte der Richter mehrfach, dass der Angeklagte in keiner Weise vorbestraft ist.

Die Polizei startete bei ihm eine Hausdurchsuchung, rückte im Oktober 2007 mit einem Rauschgiftspürhund an - und fand nichts. Nicht mal eine Waage oder Einpackpapier für Drogen. Die „scharfen Waffen” wurden mitgenommen und erwiesen sich bei näherer Betrachtung als Spielzeugwaffen.

Nachdem das alles vor Gericht zur Sprache kam, konnte auch der Staatsanwalt nicht anders als auf Freispruch zu plädieren. In seinem Schlusswort wollte der Angeklagte nur wissen, was an Gerichtskosten auf ihn zukommt.

Das Gericht musste sich nicht lange beraten und entschied: Freispruch auf Kosten der Staatskasse. „Wenn doch etwas gewesen ist”, so Wingen zum Angeklagten, „dann lassen Sie demnächst die Finger von dem Zeug, Sie kommen in Teufels Küche damit”.

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