Düren: Wasserverband Eifel-Rur: Mit UV-Licht gegen die Legionellen

Düren : Wasserverband Eifel-Rur: Mit UV-Licht gegen die Legionellen

Der Wasserverband Eifel-Rur wird im Ablauf der Dürener Kläranlage eine UV-Anlage zur Desinfektion des Wassers bauen.

Das bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung WVER-Sprecher Marcus Seiler. Seit November treten immer wieder erhöhte Legionellen-Werte bei Messungen im Ablauf der Kläranlage auf. Nachgewiesen wurde dabei auch ein Bakterien-Stamm, der schwere Lungenentzündungen auslösen kann. Infizieren kann man sich aber nur, wenn beim Versprühen des Wassers kleinste Tröpfchen vom Menschen aufgenommen würden.

Seit November wurden die Messungen kontinuierlich fortgesetzt. Marcus Seiler: „Die Konzentration ist sehr schwankend und reicht von unbedenklich bis erhöht. Die Ursache ist bisher nicht einzugrenzen.“ Klar ist allerdings, dass die Klaranlage selbst die Vermehrung der Legionellen befördert, weil die Abwassertemperatur in der Kläranlage ganzjährig über 20 Grad liegt. Die Ausweitung der Messreihen hat allerdings dazu geführt, dass man auch im Abwasserzulauf der Kläranlage erhöhte Legionellen-Werte gefunden hat. Seiler: „Wir wissen jetzt, dass Legionellen von außen auf die Kläranlage kommen“ — und zwar aus den Abwasserkanälen.

Kanaldeckel verschlossen

Deshalb hat der Wasserverband in dichter besiedelten Wohngebieten die Kanaldeckel mit Folie verschlossen. „Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, obwohl aus dem Kanal keine Aerosole austreten können“, erklärt Seiler. Mit Aerosolen meint er Schwebeteilchen, die man einatmen müsste, um sich zu infizieren. Das gilt auch für den Unterlauf der Rur. Hier wird von mehreren Unternehmen Brauchwasser entnommen, zum Beispiel für Kühlzwecke. Weil das Wasser dabei versprüht wird, müssen diese Firmen das Wasser zuvor desinfizieren.

Um sämtliche potenzielle Risiken ausschließen zu können, hat man sich deshalb beim WVER entschieden, mittels einer Desinfektionsanlage dafür zu sorgen, dass die Keime im Ablauf der Kläranlage durch UV-Bestrahlung abgetötet werden und erst gar nicht mehr in den Unterlauf gelangen können. Marcus Seiler: „Wir werden jetzt eine Planung für die Anlage erstellen. Immerhin müssen da 700 Liter Wasser in der Sekunde durchfließen können. Der nächste Schritt sind dann die entsprechenden Genehmigungen und die Vergabe. Wenn ein verkürztes Genehmigungsverfahren möglich ist, könnte die Anlage im Sommer oder Herbst den Betrieb aufnehmen.“

(bugi)
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