Aktivitäten verteilt: Wasserstoffwirtschaft ist neues Zauberwort

Aktivitäten verteilt : Wasserstoffwirtschaft ist neues Zauberwort

EMS verteilt seine Aktivitäten auf zwei Unternehmen. Die Enrichment Technology Company (ETC), einer der größten privaten Arbeitgeber in Jülich, musste im Zuge des Atomausstiegs umgebaut werden und neue Geschäftsfelder entwickeln.

Das geschah unter anderem mit Gründung der Tochtergesellschaft EMS, die unter anderem hochfeste und leichte Druckbehälter fertigt.

EMS ist ein deutsch-niederländisches Engineeringunternehmen mit Standorten in Jülich und Almelo (Niederlande), das über mehr als 40 Jahre Erfahrung in Entwicklung, Konstruktion und Fertigung verfügt. Dazu kann das Know-how von mehr als 500 Ingenieuren und Fachleuten genutzt werden – davon gut 200 in Jülich.

Alternative Antriebe im Blick

EMS liefert spezifische Teile und Dienstleistungen beispielsweise für Energiewirtschaft, Druck- und Automobilindustrie sowie Luft- und Raumfahrt. So nutzt die Ideenschmiede ihr Fachwissen, um hochfeste und leichte Druckbehälter zu produzieren. Die spielen beispielsweise für alternative Antriebe eine wichtige Rolle, denn die Tage des Verbrennungsmotors sind bekanntlich gezählt. Als Alternative steht hier neben elektrischem Strom aus Batterien der Antrieb mit Brennstoffzellen zur Verfügung, die Wasserstoff als „Sprit“ benutzen, um selbst Strom für ihren Elektromotor zu produzieren.

Hoher Druck, geringes Gewicht

Um Wasserstoff im Fahrzeug mitzuführen, braucht es einen Tank, der fünf bis sieben Liter H2 fasst und hochfest ist, weil er unter hohem Druck steht. Gleichzeitig muss er leicht sein, um das Fahrzeuggewicht im Zaum zu halten. Faserverstärkte Kunststoffe sind hier erste Wahl, wobei EMS schon lange beste Erfahrungen mit Carbonfasern gesammelt hat.

Eigenes Konzept: Bei der Lösung für eine Wasserstoff-Tankstelle werden 1000 kg H 2 bei einem Betriebsdruck von 500 Bar im Standardcontainer vorgehalten. Foto: EMS/Hand-out

Da die Wasserstoffwirtschaft Fahrt aufnimmt – so möchte etwa der Kreis Düren mit seiner Wasserstoff-Vision Impulse bei Energiewende und Strukturwandel setzen – hat sich EMS als führender Anbieter hochwertiger Kohlefaserprodukte und Spezialist für Fertigungsdienstleistungen Ende vergangenen Jahres dazu entschlossen, sich in zwei Unternehmen zu teilen: Nproxx und Pronexos.

EMS aufgespalten

Nproxx wird das Geschäft mit Wasserstoffspeichern weiterentwickeln, wobei Carbonfaser-Druckbehälter zum Einsatz kommen. Pronexos führt alle anderen Geschäftstätigkeiten fort, die bislang unter der Marke EMS versammelt waren.

„Grund für die Aufteilung ist die Entstehung einer neuen Wasserstoffwirtschaft“, erklärt Reinhard Hinterreither, der Nproxx mit Oliver Marques-Borras leitet. Die Produktionskapazitäten von Nproxx am Standort Jülich werden im Zuge der Aufspaltung erweitert.

Die Aktivitäten von Pronexos (CFK-Walzen für den Papier-,
Film-, Folien- und Convertingsektor für die Luft- und Raumfahrt sowie die Halbleiter-Industrie) werden an beiden Standorten weitergeführt. Der Name EMS wird dagegen künftig nicht mehr verwendet.

(ahw)
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