Nideggen: „Wasserskulpturen“: Ausstellung im Dürener Tor in Nideggen

Nideggen : „Wasserskulpturen“: Ausstellung im Dürener Tor in Nideggen

Vielen Besuchern der aktuellen Kunstausstellung „Wasserskulpturen“ im Dürener Tor in Nideggen muss geholfen werden, denn was da an DINA-4-Formaten hinter Glas an den Wänden hängt, birgt Geheimnisvolles. Dieter Kurth aus Birkesdorf nennt sich „Tropfenkünstler“, ein Begriff, den man tatsächlich missverstehen könnte.

Kurths Hauptmaterial ist das Wasser. Er fabriziert mit diesem Wasser Kunstwerke, die es so in der Wirklichkeit nicht gibt, bei denen der Betrachter seiner Fantasie freien Lauf lassen muss, will er in den Genuss von Farben und Farben kommen, die bei längerer Betrachtung eines Bildes auf ihn wirken können.

Wie geht das? Dieter Kurth benutzt ein Holzgestell. Drei Wasserbassins und drei Ventile an diesem Gestell sind das ganze Geheimnis.

Über die drei Ventile fallen Wassertropfen, wohl dosiert von einem kleinen Computer. Dieser Computer steuert parallel Kamera und ihre verschiedenen Blitzlichter.

„Alle meine Kunstwerke sind Unikate“, verrät Kurth. Denn alle Wassertropfen bilden individuelle Formen. Als Farbe benutzt der Künstler Druckerfarben, Träger ist ein sehr gutes Fotopapier, das Konturen und Farben über Jahrzehnte beibehält. Wie hatte ein Freund Dieter Kurths vor einiger Zeit sinniert? „Dieter, du musst dein Bestes geben, was dabei herauskommt, musst du nehmen!“ An manchen Abenden produziert der Hobbykünstler bis zu 1000 Fotos. Nach sorgfältiger Sichtung bleiben nur zwei bis drei Bilder über.

Was der Besucher den fantastischen Fotos entnehmen könnte? Da trainiert ein Wasservogel mit Hulareifen um die schmalen Hüften. Ein Paar frönt unter einer knospenden Ranke der Liebe.

Im nächsten Bild geschieht dem Mann und der Frau ein Unglück. Nur eine Krone ist in dem Chaos zu erkennen.

Kerzenleuchter, Kelche und Vasen in allen Größen und Farben erzählen Geschichten, die dem Betrachter so noch nicht erzählt worden sind. Ein kleiner Vogel hockt auf einer großen Wasserblase, Wassertropfen in Tee- und Kaffeetassen formen an der Oberfläche friedlich-schöne Gebilde. Eine Sektschale wird von einer roten Kirche gekrönt.

Das alles sind Fantasiegebilde, die beim nächsten Besucher ganz anders sein können, denn Wasser kreiert unwahrscheinlich viele Formen, man muss nur hinschauen.

Diether Kurth, der seine größten Erfolge bei der Photokina Köln und bei „Umwelthorizonte“ in Xingst feierte, fasst sein Tun zusammen: „Meine Philosophie ist es, Kunstwerke im Facettenreichtum des Mediums Wasser entstehen zu lassen. Dabei betone ich die Verbindung von Licht, Farbe und der Einmaligkeit des Moments.“

Die Laudatio

Die Laudatio bei der Vernissage hielt die Vorsitzende des Kunst- und Museumsvereins, Muna Götze. Mit Gitarre und Cajun erfreute Mike Osterberg die Gäste der Ausstellungseröffnung.

Die Kunstwerke von Dieter Kurth sind mittwochs von 14 bis 18 Uhr, samstags, sonn- und feiertags von 11 bis 18 Uhr zu besichtigen. Die Ausstellung „Wasserskulpturen“ bleibt bis zum 22. Juli im Dürener Tor.

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