Düren: Wasserburg läuft Trocken: Sorge um altes Gemäuer

Düren: Wasserburg läuft Trocken: Sorge um altes Gemäuer

„Ich hab´ einfach Angst, dass die Burg hier eines Tages zusammenfällt wie ein Kartenhaus. Es muss etwas passieren.” Vor drei Jahren hat Goswin Richrath die alte Wasserburg „Haus Rath” in Arnoldsweiler gekauft, jetzt bangt der Mann um das Gemäuer aus dem 16. Jahrhundert.

Rund um die Burg ist nämlich ein 10.000 Quadratmeter großer Weiher, der seit etwa einem Jahr keinen Tropfen Wasser mehr hat. Goswin Richrath: „Haus Rath steht wie alle Wasserburgen auf Eichenpfählen. Und wenn die nicht mehr von Wasser umspült sind, werden die marode und brüchig.”

Darüber hinaus, so Richrath weiter, seien in dem Gewässer über 1000 Fische gestorben. Schuld an der Misere, so der Burgbesitzer, sei der Nahe Tagebau. „Hier wird Untergrundwasser abgepumpt, damit die Braunkohle trocken gefördert werden kann”, erklärt Richrath. „Meiner Meinung nach muss das RWE dafür sorgen, dass hier wieder Wasser reinkommt.” Seit zweienhalb Jahren, so Richrath, versuche er mit den Verantwortlichen von RWE Power ins Gespräch zu kommen. „Ohne Erfolg. Ich habe ständig neue Gesprächspartner.”

Deswegen hat der Wasserburg-Eigentümer sich jetzt an die SPD-Fraktion im Kreistag gewandt. Liesel Koschorreck, stellvertretende SPD-Landrätin, und die umweltpolitische Sprecherin Gudula Metz haben sich die Situation vor Ort angesehen und einen Antrag für den Kreisausschuss am Dienstag, 14. September, gestellt. Koschorreck: „Wir möchten, dass der Sachverhalt geklärt wird. Die Frage ist unter anderem, ob die Untere Landschaftsbehörde, die Untere Wasserbehörde und die Denkmalbehörde eingeschaltet worden sind.” Manfred Lang, Sprecher von RWE Power, kann die Aufregung nicht ganz verstehen: „Wir hatten Herrn Richrath angeboten, den Brunnen auf seinem Grundstück zu sanieren, womit sichergestellt worden wäre, dass der Graben weiter mit Wasser gespeist wird. Darauf hat er nicht reagiert.”

Mehr von Aachener Nachrichten