Wasser aus Talsperren lässt Rur im Kreis Düren über die Ufer treten

Hochwasser im Kreis Düren : Wasser aus Talsperren lässt Rur über die Ufer treten

Der ergiebige Regen der letzten Zeit zeigt Wirkung und hat über das Talsperrensystem Flüsse und Bäche über die Ufer treten lassen. Das geschah am Wochenende deutlich schneller, als von den Experten vorhergesehen.

Der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) hatte am Freitag erst die Abgabemenge aus den Talsperren an die Rur in Heimbach von 25 auf 40 Kubikmeter pro Sekunde erhöht und musste am Samstag schon auf die Maximalabgabe von 60 Kubikmetern pro Sekunde steigern.

Im Flussverlauf in Kreuzau und Düren war das gut zu sehen, einige Wege wurden überspült. Am Unterlauf in Jülich und Linnich aber waren die Folgen heftiger.

Am Samstag „waren die Zuflüsse in das Talsperrensystem in der Spitze auf 152 Kubikmeter pro Sekunde hochgeschnellt. Die Erhöhung der Abgabe auf die zugelassene Maximalabgabe ist erforderlich, um einen Einstau in die sogenannten Hochwasserschutzräume zu verhindern, so dass eventuelle, weitere Regenfälle aufgenommen werden können und der Unterlauf geschützt bleibt“, teilte Marcus Seiler für den Wasserverband am Sonntagnachmittag mit.

Dauerregen sorgt für Überschwemmungen in der Region

Durch die erhöhte Abgabe habe es „zu Ausuferungen der Rur in die behördlich festgelegten Überschwemmungsgebiete kommen können. Am Sonntag seien die Zuflüsse in das Talsperrensystem aber wieder auf 85 Kubikmeter gesunken. Dennoch werde die Maximalabgabe aus den Talsperren in die Rur voraussichtlich bis Ende der Woche andauern.

Über den Radweg und die verbauten Steinkaskaden schoss die Rur in den Barmener Baggersee. Innerhalb von 24 Stunden war der Radweg entlang der Rur überflutet. Sperrschilder mussten von der Stadt aufgestellt werden . Foto: Helmut Schiffer

Bei Jülich hatte sich der Fluss noch am Freitagnachmittag in seinem Bett befunden, war dann aber innerhalb von 24 Stunden kräftig angewachsen und hatte großflächig die Auen überflutet. So musste die Stadt Jülich kurzfristig die an der Rur entlang führenden Radwege sperren, denn ein Durchkommen war unmöglich, auf Grund der Untiefen aber auch zu gefährlich.

Am Barmener Baggersee ergoss sich die Rur wie ein Sturzbach über die vorhandenen Steinkaskaden in den See, bot dabei ein kleines Schauspiel, das von vielen Passanten per Handyfoto als Erinnerung festgehalten wurde.

Im Bereich Jülicher Stadion flossen am Samstag 138 Kubikmeter Wasser pro Sekunde und damit ein Vielfaches der üblichen Menge (am Donnerstag 46 Kubikmeter), im Verlauf des Sonntags beruhigte sich die Lage leicht.

(vpu/jan/hfs)
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