Ausblick auf 2019 in den Kommunen, Teil III: Was steht an, Herr Bürgermeister?

Ausblick auf 2019 in den Kommunen, Teil III : Was steht an, Herr Bürgermeister?

Wenn ein neues Jahr beginnt, steht mit hoher Wahrscheinlichkeit schon fest, welche Projekte und Bauarbeiten in einer Kommune anstehen, weil sie schon vor längerer Zeit beschlossen worden sind. Darüber haben wir mit allen Bürgermeistern gesprochen.

Im dritten Teil der Umfrage sind die Bürgermeister aus Düren, Hürtgenwald, Heimbach und Nideggen dran. Wir haben ihnen aber auch die Frage gestellt, welche Vorhaben sie 2019 vorantreiben möchten beziehungsweise welche laufenden Projekte ihnen besonders wichtig sind.

Paul Larue

CDU, Bürgermeister von Düren

Foto: Stadt Düren

Für mich persönlich bleibt es weiter wichtig, die Balance zu wahren zwischen der Entwicklung der Innenstadt und der einzelnen Stadtteile. Es gibt Konzepte für Birkesdorf, Arnoldsweiler und Gürzenich – und das wird sicher nicht das Ende der Fahnenstange sein. In der Innenstadt werden die Maßnahmen am Kaiserplatz und Adenauerpark die sein, die ins Auge fallen werden und für eine deutliche Erhöhung der Attraktivität sorgen. Verbesserungspotenzial sehe ich in der Innenstadt eindeutig auch bei den Fahrradwegen.

Stichwort Tourismus: Ich hoffe, dass unser neues Hotel dazu beiträgt, Düren für Tagestouristen interessanter zu machen. Wir werben auch aktiv um die Besucher in Heimbach, und wir versuchen, Messebesucher aus Köln zu locken. Im Sommer steht wieder der historische Annamarkt an. Das wird eine schöne Sache, denn Veranstaltungen können wir in Düren! In Sachen Mobilität werden wir das Angebot an E-Ladesäulen für private Nutzer und Unternehmen verbessern. Ich war mit Blick auf den ÖPNV übrigens selbst etwas überrascht davon, dass das vergünstigte Stadtticket so einen großen Zuspruch bei den Bürgern gefunden hat.

Ich finde es sehr erfreulich, dass der Kreis sich so intensiv um das Bahnhofsumfeld kümmert. Dort wird ein attraktives Viertel entstehen. Beim Gewerbe müssen wir weiter eine Doppelstrategie fahren: Zum einen ist die Bestandspflege bei Unternehmen wichtig, aber wir müssen uns zum anderen mit Blick auf den Strukturwandel auch um zukunftsträchtige Branchen bemühen. Dafür arbeiten wir eng mit unseren Nachbarkommunen zusammen. Wir haben eine stattliche Liste an Projekten für 2019, die große Herausforderung wird jetzt sein, auch alle wie geplant umzusetzen. Dinge, die uns jetzt noch stoppen können, sind Faktoren, auf die wir keinen unmittelbaren Einfluss haben – wie etwa bei den kürzlich überraschend aufgetauchten Altlasten bei dem Bauvorhaben an der Eiswiese.

Axel Buch

CDU, Bürgermeister von Hürtgenwald

Foto: ZVA/Carsten Rose

Das geplante Landschaftsmuseum wird in diesem Jahr ein großes Thema sein. Das habe ich auch zur Chefsache erklärt, mir liegt viel daran – es ist eine Art Prestigeprojekt. Wir müssen weniger kontrovers, sondern mehr inhaltlich über den Umgang mit der Geschichte in unserer Gemeinde reden. Und generell müssen wir beim Tourismus dafür sorgen, dass die Infrastruktur verbessert wird. Wir müssen ein Konzept entwickeln, wie wir es schaffen, dass auch Privatunternehmen Angebote bei uns schaffen. Es gibt einfach viel zu wenige, und wir als Gemeinde können das alleine nicht leisten.

Ich sage immer: Unsere Gäste kommen mit vollem Portemonnaie, und gehen auch wieder mit vollem Portemonnaie. Das muss sich ändern. Wir haben auch schon Ideen, aber es ist zu früh, darüber konkret zu sprechen. Außerdem wollen wir in diesem Jahr das Thema betreutes und altersgerechtes Leben vorantreiben. Es gibt einen Arbeitskreis der Politik zu dem Thema, um etwas zu tun. In manchen Ortsteilen wie Gey oder Kleinhau fehlen altersgerechte Pflege- und Betreuungsangebote beispielsweise gänzlich. Eine Herausforderung wird die Sanierung der Mehrzweckhalle in Gey sein. Wir hoffen, dass wir die Sache in diesem Jahr umsetzen können.

Bei dem Projekt geht es um seine siebenstellige Summe und auch viel Fördergeld. Ebenso werden uns die Bestrebungen beim Brandschutz vor große Aufgaben stellen, konkret beim Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Bergstein. Wir wollen auch stetig unsere Baugebiete weiterentwickeln und den Wachstum fortführen, was wir 2003 begonnen haben. Zu diesem Thema gibt es auch eine Arbeitsgruppe. Wir haben noch Raum und Entwicklungsfläche.

In Sachen Haushalt gehe ich davon aus, dass wir in diesem Jahr einen großen Teil unsere Schulden abbauen können. Das zeigt, dass die unpopulären Entscheidungen, die wir in der Vergangenheit getroffen haben, zum erhofften Erfolg führen. Eine Mammutaufgabe wird es sein, das Gemeindearchiv zu digitalisieren. Das betrifft sowohl die Verwaltung als auch den öffentlich zugänglichen Teil.

Heinrich Göbbels

CDU, Bürgermeister von Langerwehe

Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Wir haben in diesem Jahr mit der neuen Schulaula ein 1,6-Millionen-Euro-Projekt vor uns, die Bauarbeiten sollen im April beginnen. Das Forum der Europaschule ist für die wachsende Schule zu klein, und nach der Schließung der Kulturhalle brauchen auch die Vereine eine neue Heimstätte. Meine Hoffnung ist, dass die Aula schon Ende des Jahres fertig wird. In den vergangenen Jahren haben wir den Flächennutzungsplan überarbeitet, mit dem Ziel, neue Baugebiete in der Gemeinde zu schaffen – wir wollen für alle Orte etwas erreichen.

Am Rymelsberg können 20 bis 22 Grundstücke, in der neuen Töpfersiedlung können 80 bis 90 Grundstücke entstehen. Dabei wollen wir auch den Sozialen Wohnungsbau im Blick haben und bezahlbaren Wohnraum schaffen. Wohnungen zu mieten, ist in der Gemeinde nämlich kaum möglich. Langerwehe hat auch dank des Bahnhofes ohnehin schon eine gute Lage, der Autobahnzubringer hat uns dann noch weiter vorangebracht. Schön ist, dass sich die Deutsche Bahn klar zu unserem Bahnhof bekannt hat. Gleichzeitig sind die Preise hier im Vergleich zu Köln und Aachen noch finanzierbar, das macht uns auch für Familien aus dem Umland attraktiv. Deswegen ist ein weiteres wichtiges Projekt der Bau einer Kindertagesstätte mit vier Gruppen am Pochmühlenweg, auch in Schlich wird an dem Kindergarten angebaut.

Im Gewerbegebiet am Steinchen soll Ostern der Edeka eröffnen, eine ortsansässige Firma hat mit Bauarbeiten an einer großen Firmenhalle begonnen. Das Industriegebiet wächst, und für unser großes Industriegebiet an der L12n laufen jetzt die Gutachten. Die größte Herausforderung für unsere Gemeinde mit 15.400 Einwohnern wird es sein, die Finanzen stabil zu halten, den ausgeglichenen Haushalt werden wir 2022 erreichen, ohne weitere Steuererhöhungen.

Peter Cremer

Parteilos, Bürgermeister von Heimbach

Foto: ZVA/Franz Sistemich

In Heimbach wird die Stadtkernentwicklung in diesem Jahr eine große Rolle spielen. Dabei geht es darum, die Aufenthaltsqualität in der Stadt kontinuierlich zu verbessern. Zum Beispiel mit der Umgestaltung des Rurufers und dem Umbau der Hengebachstraße, auf der der Autoverkehr zugunsten der Fußgänger weiter zurückgedrängt werden soll. Bei der Umsetzung des integrierten Handlungskonzeptes spielt auch weiterhin der Umgang mit leerstehenden Gebäuden eine wichtige Rolle. Wir müssen Möglichkeiten für diese finden, auch, wenn das keine einfache Aufgabe ist.

Die Umgestaltung des Bahnhofes mit der Verlegung des Wohnmobilhafens können wir auch in diesem Jahr angehen. Die Grundschule soll für drei Millionen Euro ertüchtigt werden, die Bauarbeiten sollen, wenn alles gut läuft, in den Sommerferien beginnen. Mit Blick auf den Tourismus gilt es, das Veranstaltungsangebot zu erweitern: Musik, Theater, Kleinkunst, Open-Air-Kino, Ausstellungen, Konzerte – eben all das, was Menschen gerne machen, wenn sie im Urlaub Zeit haben. Dabei gilt es natürlich auch, Angebote für Schlechtwettertage zu schaffen, zum Beispiel im Wasser-Info-Zentrum.

Wichtig ist es mir natürlich, den touristische Anziehungspunkt Mariawald mit den Angeboten wie Klosterlikör, Erbsensuppe und Buchhandlung zu erhalten. Schön wäre es, wenn es dort auch in Zukunft ein geistliches Leben geben würde. Außerhalb des Stadtkerns spielt die Dorfentwicklung vor allem in Vlatten eine große Rolle, wo es sehr rührige Bürger gibt. Auch mit Blick auf die Wachstumsinitiative des Kreises müssen wir dorthin blicken, denn großes Potenzial für Bauland hat Heimbach nicht. Aber in Vlatten gibt es einige leerstehende Höfe – da können wir ansetzen, planen, wie der Leerstand beseitigt und die bestehenden Komplexe genutzt werden können.

Ein bleibendes Thema ist die Haushaltskonsolidierung: In dem Punkt wird es weiter zu diskutieren sein, wie wir die Erträge verbessern können. Da müssen wir für die Zukunft auch über das für alle unangenehme Thema Steuererhöhungen sprechen.

Ausblick auf 2019 in den Kommunen, Teil I

Ausblick auf 2019 in den Kommunen, Teil II

(cro/smb)
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