Merzenich: Walsken lobt die interkommunale Zusammenarbeit

Merzenich : Walsken lobt die interkommunale Zusammenarbeit

Bürgermeister Georg Gelhausen (CDU) musste im Gästebuch lange suchen. Der letzte offizielle Arbeitsbesuch eines Leiters der Kölner Bezirksregierung im Merzenicher Rathaus lag lange zurück, genauer gesagt 39 Jahre. Damals, im Jahr 1979, war Franz-Josef Antwerpes gerade ein Jahr Regierungspräsident. Seine Nach-Nach-Nachfolgerin Gisela Walsken (SPD) brauchte acht Jahre für ihren offiziellen Antrittsbesuch.

„Das heißt aber nicht, dass ich noch nie hier war“, verwies die 60-Jährige am Montag unter anderem auf eine Stippvisite im Umsiedlungsort Morschenich-Neu oder den Diskussionsabend zum Tempolimit auf der A4, dass sie im Übrigen dauerhaft erlies.

Im Gespräch mit den Spitzen von Rat und Verwaltung stand diesmal aber nicht die unfallträchtige Autobahn, die der Merzenicher Feuerwehr eine Vielzahl von Einsätzen beschert, im Mittelpunkt. Es ging vor allem um die Themen Digitalisierung, Strukturwandel und Sicherheit an der S-Bahn-Station.

Dabei lobte Gisela Walsken ausdrücklich die angedachte interkommunale Zusammenarbeit der Gemeinde Merzenich bei der Ausweisung neuer Gewerbegebiete mit der Stadt Düren und den Gemeinden Kreuzau und Niederzier. Dies sei genau der richtige Weg, der singuläre Blick auf die Einzelentwicklung von Kommunen gehöre der Vergangenheit an.

Sie sprach mit Blick auf das Vierer-Bündnis, in das jede der vier Kommunen Flächen einbringen will, von einem wichtigen Beitrag für den anstehenden Strukturwandel im Revier, der genau zum richtigen Zeitpunkt käme. „Die Konzepte der interkommunalen Zusammenarbeit können jetzt noch in die Neuaufstellung des Regionalplans einfließen.“

Und Walsken ermunterte die Verantwortlichen im Merzenicher Rathaus, jetzt nicht mehr vom Gaspedal zu gehen, auch wenn die Verabschiedung des Regionalplans sicherlich noch einige Zeit dauern werde. „Wenn sichtbar wird, dass Sie bei der Vermarktung früher beginnen könnten, werden wir helfen.“ Die Regierungspräsidentin kündigte an, im Zweifelsfall den bestehenden Regionalplan parallel zur Neuaufstellung auch noch mal zu ändern, damit vor Ort die Bauleitplanung angepasst und der Weg für Neuansiedlungen geebnet werden kann.

Hilfe in Form der Entwicklung intelligenter Konzepte sagte die Regierungspräsidentin auch beim Thema Sicherheit rund um den S-Bahnhof Merzenich zu. Am dortigen Pendlerparkplatz häufen sich immer mal wieder die Autoaufbrüche. Dabei hat die Gemeinde das Problem, dass auch beim anstehenden Ausbau wieder öffentliche Mittel fließen werden und damit eine Parkraumbewirtschaftung inklusive Kontrolle nicht möglich ist. Walsken, die von einer stetig wachsenden Bedeutung des ÖPNV in der Zukunft ausgeht und erfreut zur Kenntnis nahm, dass die Gemeinde an der S-Bahn-Haltestelle auch über eine E-Bike-Station nachdenkt, sprach eine Verbesserung der Beleuchtungssituation oder auch eine Kameraüberwachung an. Das habe die Situation auch andernorts bereits verbessert.

Schließlich sagte die Chefin der Bezirksregierung auch ihre Unterstützung beim Thema Digitalisierung zu, dem sich die Gemeinde Merzenich parallel zur Breitbandinitiative des Kreises verstärkt widmen will. Sie habe eigens eine Beratungsstelle für digitale Fragen in ihrem Haus eingerichtet, die Kommunen bei der Anbindung von Gewerbegebieten, Privathaushalten, vor allem aber Schulen an die Datenautobahn Förderwege aufzeigen soll.

Insgesamt berichtete Georg Gelhausen von sehr guten Gesprächen und lobte die gute Zusammenarbeit mit der Kölner Behörde, die auch an vielen anderen Stellen im täglichen Verwaltungsgeschäft immer wieder deutlich werde.

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