Schlagstein: Waldpädagogen: Den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur lehren

Schlagstein : Waldpädagogen: Den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur lehren

Seit ihrer Gründung im Jahr 1989 arbeitet die Erwachsenenbildung der evangelischen Gemeinde zu Düren auf dem Feld „Natur und Lebensart“. Ihr Ziel: Menschen mehr für die Natur und einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit ihr zu begeistern.

Vergangenen Samstag feierte das Team der Erwachsenenbildung im Rahmen eines Walderlebnistages das zehnjährige Bestehen der „Qualifizierung zum Waldpädagogen“ am Waldheim in Schlagstein.

152 Waldpädagogen, darunter zehn Männer, haben Doris Unsleber und ihre Kolleginnen schon ausgebildet. Die Dipl. Biologin und Gärtnerin ist Leiterin der Erwachsenenbildung der evangelischen Gemeinde, ihre Bildungsangebote am Schlagsteiner Waldheim sind mittlerweile überregional bekannt. „Unsere Angebote richten sich vor allem an Erzieherinnen. Mit unseren Workshops möchten wir sie für ihren Arbeitsalltag inspirieren“, erklärte Unsleber.

Neben dem Waldpädagogenkurs werden mittlerweile auch Weiterbildungen zum Garten- und zum Kräuterpädagogen angeboten.

Zwölf Referenten arbeiten regelmäßig am Waldheim. Zum größten Teil stammen die Mitarbeiter aus eigenen Reihen, auch sie haben zuvor meist eine Fortbildung in Schlagstein absolviert. „Bei uns arbeiten Pädagogen, Landschaftsgärtner, Therapeuten — das gibt uns die Möglichkeit, ein vielseitiges Programm anzubieten“, sagt Unsleber.

Kinder Natur wieder näherbringen

Auch montags, am zehnten Jubiläum der Waldpädagogen-Fortbildung, habe man einen „netten Tag mit vielen neuen Anregungen“ gehabt. 38 Erzieherinnen aus dem Umkreis waren am Samstag mit von der Partie und schnupperten in verschiedene Kurse. Ob beim „Insekten-Workshop“, „Nature Art“ oder in der „Feld-Wald-Wiesenküche“, die Teilnehmer konnten am Wochenende viel aus ihrem Aufenthalt in der Natur mitnehmen.

Im sogenannten „Niedrigseilgarten“ zeigte Motopädin Eva Staerk den Gästen, wie man lediglich mit Seilen und ein paar Knoten einen halben Meter über dem Erdboden ein Kletterparadies für Kinder kreiert. Mit wenig Mitteln etwas erschaffen — das ist es, was auch den Kleinen in Zeiten von Smartphone und Co. vermittelt werden soll.

Bei Ergotherapeutin Bianca Janssen lernten die Teilnehmer neue Spielideen für den Wald kennen, getreu dem Motto „Mit allen Sinnen durch die Natur“. Auch Janssen weiß: „Kinder haben heutzutage wenig Bezug zur Natur und wissen oft nicht, wo etwas herkommt. Als Erzieher ist es daher wichtig, ihnen den Wald und alles, was dazugehört, näherzubringen.“

Doris Unsleber und ihr Experten-Team schienen am Samstag zufrieden mit dem Ausgang des Tages. Und so auch die Teilnehmer: „Ich habe viele neue Dinge für meine Arbeit dazu gelernt. Der Spaß ist dabei nicht zu kurz gekommen“, sagte Irene Mattes, Pädagogin. „Außerdem war man die meiste Zeit im Wald — und ist daher total entspannt.“

(nie)
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