„Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit“: Von Düren aus 1.700 Kilometer zu Fuß zum Klimagipfel in Polen

„Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit“ : Von Düren aus 1.700 Kilometer zu Fuß zum Klimagipfel in Polen

Etwa 15 Pilger standen am Dienstagabend auf dem Marktplatz beisammen. Sie sangen zum Abschluss des Tages „Möge die Straße“, während über ihren Köpfen ein Banner im Wind schwang. Die Aufschrift auf Deutsch und Polnisch: „Geht doch! Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit“.

Zum dritten Mal machen sich Menschen zu Fuß auf den Weg, um in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf den dringenden Handlungsbedarf in Sachen Klimaschutz aufmerksam zu machen. In diesem Jahr geht die Wanderung von Bonn — wo 2017 die UN-Klimakonferenz stattfand — ins polnische Katowice, wo am 9. Dezember die nächste Konferenz stattfindet.

In den Vorjahren gab es Tagesetappen mit bis zu 100 Beteiligten, meinen Wolfgang Eber (kl. Bild, links) und Jens Knölker, die Sprecher der Gruppe. Foto: Welkener

Nach dem Start am Sonntag bewältigte die Gruppe am Dienstag die 25 Kilometer lange Strecke von Zülpich nach Düren. Gepilgert wird in wechselnden Besetzungen. Drei bis vier Teilnehmer laufen die gesamte Strecke: 1.700 Kilometer. Jeder läuft so viel mit, wie er möchte — nur eine kurze Strecke, einen oder zwei Tage, mehrere Wochen. „Das hängt immer davon ab, wie viel Urlaub man bekommt.

Ich selbst unterbreche auch für zwei Wochen“, erklärt Wolfgang Eber, Sprecher der Gruppe. Er und sein Kollege Jens Knölker sind Klimapilger der ersten Stunde. Sie waren schon beim Debüt im Jahr 2015 dabei, als es von Flensburg nach Paris ging und 2017 von Wartburg nach Bonn.

Extrakilometer über die Hauptstadt

Dieser dritte Pilgerweg wird der bisher längste. Die Strecke umfasst 78 Stationen, führt durch die Landeshauptstädte Düsseldorf, Hannover, Dresden und Potsdam sowie mit einem Umweg auch über Berlin. Diese Extrakilometer über die Hauptstadt waren den Pilgern wichtig, um dort der Politik die eigene Forderung näher zu bringen.

Diese ist klar: „Raus aus der Braunkohleverstromung.“ Jens Knölker fügt an: „Das Thema Klimagerechtigkeit hat einen zu geringen Stellenwert in der Bevölkerung. Wir möchten, dass die Politik sich endlich den Problemen stellt, dass die Wirtschaft ihre Verantwortung trägt und jeder Einzelne seinen Beitrag leistet, in dem er seinen Lebensstil hinterfragt.“ Konkret möchte er seine Mitmenschen motivieren, ein paar Minuten weniger zu duschen, den Fleischkonsum zu reduzieren, differenzierter zu heizen, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen und Flugreisen zu hinterfragen. Soweit der individuelle Blick auf die Problematik.

Gesamtgesellschaftlich fordern die Pilger eine aktive Förderung der erneuerbaren Energien. Um darauf aufmerksam zu machen, führt sie ihr Weg auch in den Hambacher Forst sowie das Mitteldeutsche und Lausitzer Braunkohlerevier.

Weitere Informationen gibt es unter www.klimapilgern.de.

(wel)