Kleinhau: Vom Sturzflug in den Looping

Kleinhau: Vom Sturzflug in den Looping

Der Blick geht nach oben: Dort, am wolkigen Himmel hat die „Pilatus P4” gerade schwer zu kämpfen. Der Südwind macht dem kleinen Segelflieger ganz schön zu schaffen, drängt ihn kräftig in Richtung Fernmeldeturm ab. „Vom Wind her ist es gerade so schlecht, dass wir unter normalen Bedingungen gar nicht fliegen würden,” sagt Franz-Josef Junkersdorf.

Momentan sei das Fliegen mit einem Risiko verbunden, das die wenigsten Modellflugzeugpiloten normalerweise eingehen würden. Aber da sind nun mal die Zuschauer, und denen will man ja schließlich etwas bieten, also bereitet auch Junkersdorf seinen gelben Doppeldecker für den Start vor. Zunächst gibt es aber noch eine Fastrolle vom Segelflieger zu bestaunen, bevor dieser wohlbehalten wieder auf der Landebahn aufsetzt.

Technik versagt

So gut hat das heute nicht immer geklappt, ein Gastflieger hat schon einen Absturz hingelegt - die Technik hatte versagt - und eine kleinere Maschine hat es bei Tempo 250 Kilometern in der Luft glatt zerbröselt. Junkersdorf schiebt seine Maschine dennoch Richtung Startbahn, über ihm vollführt ein Helikopter gerade ein Manöver in Rückenlage. „Boah, wie der abgeht,” entfährt es dabei einem der Zuschauer. Tollkühne Männer in ihren fliegenden Kisten!

Viel schwieriger

Wobei, eigentlich stehen die Piloten beim Modellflugtag des Modellflugvereins Hürtgenwald ja mit ihren Fernbedienungen am Boden und heben gar nicht wirklich ab. Das mache das Ganze aber eher schwieriger als leichter, sagt Franz-Josef Junkersdorf: „Leute, die vom richtigen Fliegen kommen, behaupten, dass Modellfliegen viel schwieriger sei.” Im Gegensatz zu den unmittelbaren Wahrnehmungen und Reaktionen des Piloten im richtigen Flugzeug, müssten die Modellflieger nämlich erst einmal optisch wahrnehmen, was mit ihrem Modell passiert und dies dann in Reaktionen umsetzen.

Junkersdorf weiß wohl wovon er redet, schließlich ist sein Vereinskamerad Harald Siemon den Weg vom richtigen Fliegen zum Modellfliegen gegangen, hat bei der Bundeswehr Piloten geflogen und ausgebildet.

Beim traditionellen Modellflugtag in Kleinhau, von dem der Vereinsvorsitzende Junkersdorf schon gar nicht mehr weiß, seit wie vielen Jahren die Hobbypiloten diesen veranstalten, gibt es wie immer zahlreiche Modellflugzeuge zu bewundern, die von klein bis groß, von langsam bis pfeilschnell und von Werten von 200 bis 7000 Euro reichen.

Besonders beliebt sind natürlich die Flugshows, die den ganzen Tag über stattfinden. Hier können die rund 250 Zuschauer Segelflieger, Helikopter und verschiedene Propellermaschinen am Himmel über ihnen sehen. Manche rauschen nur gemütlich durch die Lüfte, andere zeigen Sturzflüge oder Loopings. Ein Highlight unter vielen war hierbei etwa der Formationsflug von drei S-Bach-Propellermaschinen. Und das alles trotz böigen Winds.

Wer Interesse hat, sich selber mal an den ferngesteuerten Modellflugzeugen zu probieren, der ist beim Modellflugverein Hürtgenwald herzlich willkommen. Samstags und sonntags kann man während des Flugbetriebs reinschnuppern und sich einmal selber an den Maschinen probieren. Kontakt zum Verein kann man über den Vorsitzenden Franz-Josef Junkersdorf unter 02423/401952 aufnehmen.

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