Düren: Vom „Spielzeug-macht-Ferien-Tag” profitieren alle

Düren: Vom „Spielzeug-macht-Ferien-Tag” profitieren alle

„Papilio” (Schmetterling) heißt ein wissenschaftlich entwickeltes Projekt, mit dem die Erzieherinnen und Erzieher der Städtischen Kindertagesstätte „City Kids” erste Erfahrungen gesammelt haben.

Es soll das kreative Denken und Handeln von Kindergartenkindern fördern sowie ihre soziale und emotionale Kompetenz entwickeln und Verhaltensprobleme mindern.

In einer Infoveranstaltung stellten Waltraud Dix vom LVR-Landesjugendamt Rheinland, die ehrenamtlich als Trainerin für „Papilio” tätig ist, und Alice Schlößer, Leiterin der Kita „City Kids”, das Projekt vor. Es begann mit einer Fortbildung für die Erzieherinnen und Erzieher im März dieses Jahres.

Inzwischen wurde der erste Schritt des Projektes bereits im Alltag der Kita umgesetzt in Form eines „Spielzeug-macht-Ferien-Tages”. „Den freien Tag ohne Spiel-zeug haben die Kinder gut aufgenommen”, sagte Alice Schlößer. Am Montag wird das Kita-Spielzeug weggeschlossen.

„Es darf nur mit dem gespielt werden, was die Kinder die Woche über an kostenlosem Spielmaterial gesammelt haben, zum Beispiel Kastanien, Eicheln oder Papprollen”, erklärte Verna Gryzsko vom Elternrat City Kids. An diesen Tagen, so belegen Fotos, spielen die Kinder altersübergreifend miteinander, basteln mit dem Mitgebrachten oder bauen fantasievoll Eisenbahnen und Höhlen aus Tischen und Stühlen.

Die Beschäftigung der Kinder miteinander führt „zur Entlastung der Kolleginnen und Kollegen”, zog Alice Schlößer Bilanz. Außerdem wird so in der Gruppe Vertrauen der Kinder untereinander aufgebaut.

Das ist wichtig für den nächsten Schritt des Projektes. Mit den Figuren „Paula und die Kinderkobolde” lernen die Kinder spielerisch, auszudrücken wie man sich gerade fühlt. Durch die verschiedenen Kobolde, zum Beispiel den Freudibold, sollen die Kinder lernen, wie sie die Emotionen bei sich selber und bei anderen Kindern erkennen können.

Im dritten Schritt wird das „Meins-deins-unser Spiel” eingeführt, das lehren soll, mit anderen Kindern umzugehen und zu spielen, egal wie alt sie sind oder wie sie aussehen.

Das von den Universitäten Bremen, Augsburg und Berlin wissenschaftlich begleitete Projekt „Papilio” festigt Selbstvertrauen und Persönlichkeit der Kinder und trägt so dazu bei, Suchtgefahr zu vermindern. Deshalb unterstützt die Barmer als Familienkasse das Programm über einen Zeitraum von vier Jahren.

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