Düren: Vollgas gibt Moritz nur auf dem Platz

Düren: Vollgas gibt Moritz nur auf dem Platz

„Ich bin nicht so der Porsche-Typ.” Christoph Moritz ist sich sicher, dass er bodenständig bleiben wird. Selbst wenn bald das passiert, womit viele Fußball-Kenner aus Düren rechnen; nämlich dass der 19-Jährige aus Arnoldsweiler einen Vertrag unterschreibt, der ihn zum Profi-Fußballer macht.

Schließlich hat der Senkrechtstarter bei Schalke 04 mittlerweile am vierten Bundesliga-Spieltag zum vierten Mal in Folge auf dem Feld gestanden.

Auch als Profi will Moritz solide bleiben. „Ich mag mein Auto. Mehr brauche ich nicht”, sagt er über sein Gefährt aus der Stadt des amtierenden deutschen Meisters. Christoph Moritz tut sich schwer, über seine Stärken zu reden. Er lächelt ein wenig verlegen.

„Ich denke schon, dass es eine meiner Stärken ist, dass ich ein ziemlich bodenständiger Typ bin.” Selbst der Höhenflug nach seinem unerwarteten Senkrechtstart in der Bundesliga hat das nicht geändert. Armbanduhren in der Preisklasse eine Mittelklasse-Autos, wie er sie schon an den Handgelenken des einen oder anderen Mitspielers bei Schalke 04 gesehen hat, sind auch nicht sein Ding.

Stattdessen sind die Gedanken des jungen Mannes sehr häufig noch in seiner Heimat. Die heißt Arnoldsweiler. Und in der hat sich Moritz noch bis vor kurzem fast täglich mit seinen Freunden auf dem Boltzplatz getroffen, um zu kicken. Ein Fußball-Verrückter ist der Mittelfeldspieler mit den fast beispiellosen Ausdauerwerten schon immer gewesen.

Die Dürener Amateurszene kennt der 19-Jährige auswendig. Vor allem natürlich bei seinem Heimatklub Viktoria Arnoldsweiler. Schließlich hat er vor drei Jahren noch davon geträumt, irgendwann einmal für die erste Mannschaft der Kleeblätter aufzulaufen. Damals war Torsten Hötekers einer der Leistungsträger bei der Viktoria.

„Er war eines meiner Vorbilder”, berichtet der Neu-Schalker. Hötekers tritt seit einigen Jahren etwas kürzer und spielt für die Reserve in der Kreisliga A.

Anfang August, als Christoph Moritz noch völlig unbekannt war und niemand davon wusste, dass Schalkes neuer Trainer Felix Magath den 19-Jährigen aus der Nachwuchsmannschaft direkt in die Startformation der Profis befördern würde, stand in der Kategorie Marktwert in den einschlägigen Fußball-Internet-Foren noch ein Strich.

Nachdem Moritz am zweiten Spieltag gegen den VfL Bochum sein erstes Tor erzielt hatte, tauchte dort plötzlich die Zahl 250.000 Euro auf. „Unglaublich”, lautet Moritz Kommentar, den er mit einem ungläubigem Kopfschütteln versieht. Erst recht, weil er mittlerweile 500.000 Euro wert sein soll. Mittlerweile gehört Moritz auch dem Kader der U20-Nationalmannschaft, die sich gerade auf die WM Ende Speptember/Anfang Oktober in Ägypten vorbereitet, an.

Zuvor hat der Dürener nicht einmal in der Mittelrhein-Auswahl gestanden. Zwei Mal war er als Nachwuchs-Kicker bei Alemannia Aaachen beobachtet worden, zwei Mal kam er gerade von Verletzungen zurück und war noch nicht wieder fit.

Seit dem 8. August - damals lief Moritz beim FC Nürnberg zum ersten Mal in der Bundesliga auf - ist nicht mehr viel wie es mal war. Kinder klingeln bei seinen Eltern in Arnoldsweiler und fragen nach einem Autogramm.

„Außerdem müssen meine Eltern jetzt weit reisen, wenn sie mich spielen sehenreist wollen.” Familie Moritz gerne. Schließlich will Vater Willi genau wissen, wie sein Sohn sich macht, denn er hat einen großen Teil zur Karriere seines Sohnes als sein erster Trainer in der Jugend der Kleeblätter beigetragen.