Volleyball: Düren schlägt Berlin Recycling Volleys

Fast schon historischer Sieg : „Es gibt nicht viel, was besser ist“

Das passende T-Shirt-Logo hatte Markus Moersheim schon lange vor der Partie entworfen. „Meisterbesieger“ sollte auf den Hemden stehen, Moersheim wollte damit sich und die anderen 15 Dürener Fans, die in die Hauptstadt gefahren waren, ausstatten.

Irgendwie, so Moersheims Idee, müsse man sich ja gegen knapp 7000 Berliner Fans beweisen.

Die T-Shirts hat es zwar am Ende nicht gegeben, „Meisterbesieger“ waren die Powervolleys aber trotzdem. Und die „Moskitos“, wie die Dürener Fans heißen, sorgten auch so für jede Menge Stimmung. „Sobald die Berliner leiser geworden sind, weil es für ihre Mannschaft nicht so gut lief“, sagt Moersheim, „sind wir sofort lauter geworden. Es hat einen wahnsinnigen Spaß gemacht. Besonders habe ich mich gefreut, dass sich auch die Berliner Spieler nach der Partie bei uns bedankt haben.“ Klar, dass Moersheim trotz Anreise mit dem Zug seine Pauke dabei hatte. „Keine Volleyball-Spiele ohne meine Pauke“, sagt er und lacht. „Und es hat ja auch funktioniert.“

Dass die Dürener Volleyballer in Berlin gewinnen, ist zuletzt am 30. September 2011 passiert – und eben am Donnerstagabend. Moersheim: „Die Atmosphäre in der Max-Schmeling-Halle war atemberaubend. Stimmungsmäßig war das eines meiner absoluten Volleyball-Highlights. Da können auch die Pokalfinals mit Dürener Beteiligung nicht dran tippen.“ Der Mann muss es wissen, schließlich hat er in den vergangenen Jahren kaum eine Partie des Dürener Bundesligisten verpasst.

16 Fans aus Düren waren zu dem Spiel nach Berlin gereist, um die Powervolleys anzufeuern. Foto: imago/Sebastian Wells/Sebastian Wells

Auch für Zuspieler Tomáš Kocian, der für die neue Saison von Friedrichshafen an die Rur gewechselt ist, war der Abend in Berlin einzigartig. „Es ist immer etwas Besonderes, in Berlin zu spielen. Genau wie das erste Saisonspiel immer außergewöhnlich ist. Wir waren alle heiß auf dieses Spiel, und am Ende hat es gepasst – auf und neben dem Spielfeld.“ Die Atmosphäre sei grandios gewesen. „Von Friedrichshafen bin ich es nicht gewöhnt, dass die Fans so weite Strecken auf sich nehmen, um die Mannschaft anzufeuern. Die Unterstützung der ‚Moskitos’ ist einfach Klasse.“ Für Diagonalangreifer Sebastian Gevert gehört das Spiel in Berlin zu seinen „schönsten Volleyballerfahrungen“. „Vor 7000 Menschen den Deutschen Meister in fünf Sätzen zu schlagen, ist genial. Da gibt es nicht viel, was besser ist.“

Sehr emotional

Auch für Jaromir Zachrich, bis April Kapitän der Powervolleys und als Co-Trainer mit beim Saisonauftakt, war der Abend in Berlin sehr emotional. „Die Berliner haben am Donnerstag vor dem Spiel gefeiert, dass sie seit zehn Jahren ihre Heimspiele in der Max-Schmeling-Halle austragen.“

Das erste Spiel dort, ergänzt der 33-Jährige, sei auch gegen Düren gewesen. „Ich habe damals noch für Berlin gespielt, und wir haben 2008 mit 3:1 gewonnen. Jetzt wieder mit dabei zu sein, war für mich sehr besonders. Vor allem, weil auch diesmal meine Mannschaft wieder als Sieger vom Platz gegangen ist.“

Grund zum Jubeln: Powervolleys Coach Stefan Falter freut sich zurecht über die Leistung seines Teams. Foto: imago/Gerold Rebsch/Gerold Rebsch

Zachrich bedauert es, dass die Powervolleys bis zu ihrem ersten Heimspiel am Mittwoch, 31. Oktober, jetzt eine relativ lange Pause haben. „Das ist nicht so optimal, weil wir gerade sehr gut im Rhythmus sind.“ Trotzdem gehe Düren natürlich jetzt einmal mehr als Favorit in die Partie gegen Königs Wusterhausen. „Das wird aber kein Selbstläufer, sondern vielmehr eine echt heiße Kiste.“ Dass die Powervolleys Berlin zu Hause geschlagen hätten, sei ein Zeichen dafür, dass die Mannschaften vom Niveau enger zusammengerückt seien. Zachrich: „Ich glaube, dass wir uns auf eine sehr, sehr spannende Saison freuen können.“

Zachrich, Kocian und Moersheim sind überzeugt, dass Düren mit dem Sieg in Berlin viel Werbung in eigener Sache gemacht hat, zumal das Spiel auch live im Free-TV übertragen wurde. Und ganz ähnlich sieht das auch Powervolleys-Hauptgesellschafter Erich Peterhoff, der ebenfalls in Berlin war. „Die Mannschaft hätte es absolut verdient, dass die Arena am 31. Oktober ausverkauft ist.“

Erstmalig, ergänzt Peterhoff, habe man sich in dieser Saison entschieden, vor dem ersten Heimspiel Werbung auf Groß-Plakaten im Stadtgebiet zu machen. Peterhoff: „Der Abend vor dem Feiertag ist für das Heimspiel sicherlich auch günstig. Ich hoffe, dass wir ein volles Haus haben.“

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